Die Badeler Kita ist derzeit nicht annähernd ausgelastet. Das Thema kam während der jüngsten Stadtratssitzung zur Sprache und hat anschließend für erhebliche Aufregung bei Eltern und Erziehern gesorgt. Bürgermeister Karsten Ruth bezog deshalb noch einmal Stellung zu der Problematik.

Kalbe/Badel l "Es ist traurig, dass unser Kindergarten madig gesprochen wird", findet Kristin Kintzel. Sie gehört dem Elternkuratorium des Badeler "Zwergenlandes" an, dessen Auslastung während der jüngsten Stadtratssitzung in Kalbe thematisiert wurde.

Dort wurde darüber informiert, dass die Stadt in diesem Jahr eine Umlage von 34000 Euro entrichten muss, weil 30 Mächen und Jungen, davon 10 Hortkinder, in Einrichtungen außerhalb der Kommune betreut werden (wir berichteten). Und die Zahl steigt weiter an.

Was dabei auffällt: Überdurchschnittlich viele dieser Kinder leben mit ihren Eltern im Einzugsbereich der Badeler Kita. Diese wiederum ist im Vergleich zu den meisten anderen der sieben kommunalen Tagesstätten aber nicht annähernd ausgelastet. Ihre Betriebserlaubnis ist auf insgesamt 40 Kinder ausgelegt. Betreut werden dort aber lediglich 6 Krippen- und 17 Kindergartenkinder. "Und das hat verschiedene Gründe", wie Bürgermeister Karsten Ruth sagt.

Bereits mehrfach hätten deshalb in der jüngeren Vergangenheit Gespräche in der Einrichtung stattgefunden. Umso erstaunter sei er nun über die harsche Kritik aus den Reihen des Elternkuratoriums, die nach der jüngsten Stadtratssitzung aufgekommen sei. Denn das Kuratorium sei in den Diskussionsprozess eingebunden, wisse also um die Pro-blematik und beteilige sich auch sehr rege daran, Lösungsansätze zu finden und umzusetzen. "Die Badeler Kita ist nun einmal ein Thema, das wir anpacken müssen. Es bringt uns nichts, Tatsachen zu verleugnen", wie der Bürgermeister betont.

"Es gibt Stellschrauben, an denen wir personell und konzeptionell drehen können"

Bürgermeister Karsten Ruth

Er stellt aber eines klar: "Die Kita hat eine hohe Bedeutung für den Bereich" und stehe nicht zur Disposition. Im Gegenteil. "Wir müssen sie ertüchtigen. Und es gibt durchaus Stellschrauben, an denen wir sowohl personell als auch konzeptionell drehen können", sagt Ruth. Gleichzeitig macht er aber auch deutlich, dass sich einige Umstände nur schwerlich ändern ließen. So spiele der Arbeitsort der Eltern eine Rolle. Hinzu komme, dass ein Teil der Kinder in der Kita in Depekolk betreut werde. Diese verfolge mit ihrem reformpädagogischen Ansatz eine ganz andere Konzeption als eine kommunale Einrichtung.

Ein entscheidender Faktor bei der Wahl der Kita sei aber auch der Grundschulstandort, so Ruth. Denn einige Ortschaften der Einheitsgemeinde Kalbe gehören zu den Einzugsbereichen der Grundschulen Apenburg und Fleetmark. Umso wichtiger sei es, den Grundschulstandort Brunau und dessen Entwicklung im Auge zu behalten.

"Wenn dieser gefährdet ist", was derzeit aber nicht der Fall sei, so der Bürgermeister, "dann muss sich der Stadtrat Gedanken machen" und auf eine Änderung von Einzugsbereichen drängen.

Auch Badel selbst war vor einigen Jahren noch Grundschul-standort. Inzwischen befindet sich dort, wo einst Unterricht stattfand, das "Zwergenland". "Und in dieser Kita schlummert erhebliches Potenzial", und zwar nicht nur konzeptionell, ist sich Karsten Ruth sicher. So habe die Einrichtung ein sehr großes Raumangebot. Die Kinder würden auf einer Raumfläche von 172 Quadratmetern betreut.

Zudem gebe es einen großen Außenbereich und die unmittelbare Nähe zur Turnhalle. "Und dann muss auch an der Außendarstellung der Kita gearbeitet werden", um sie noch stärker als bisher ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, wie der Bürgermeister erklärt.

Es ist sich jedenfalls sicher, dass es mit Hilfe des Erzieherteams und des Elternkuratoriums gelingen kann, die Attraktivität der Kita Badel weiter zu steigern. Und dies, so Ruth, werde eine der Aufgaben für das neue Jahr sein.