Salzwedels Oberbürgermeisterin blickt trotz Sparzwangs optimistisch in die Zukunft. Im Interview mit Volksstimme-Redakteur Peter Hintze stand Sabine Danicke Rede und Antwort.

Volksstimme: Wie ist das Jahr 2011 aus Ihrer Sicht für die Hansestadt Salzwedel gelaufen?

Sabine Danicke: Sehr gut. Sogar besser als erwartet. Im Verwaltungshaushalt ist es gelungen, das Defizit um 1,5 Millionen Euro geringer ausfallen zu lassen. 2011 war aber auch ein anstrengendes Jahr, weil vieles in Bewegung war.

Volksstimme: Was war in Ihren Augen das wichtigste Projekt?

Sabine Danicke: Der Rathausturmplatz ist fertig gestellt worden. Damit ist dieses Projekt beendet. Das war sehr wichtig für mich. Und dann die Jenny-Marx-Schule mit der Kombination Schule und Turnhalle. Über die Neutorstraße haben wir uns die Haare gerauft, wie wir das Wasser wegkriegen. Dank des guten Zusammenspiels mit dem VKWA ist es ein sehr gutes gelungenes Projekt geworden.

In der Konsolidierung gibt es kaum Handlungsspielräume

Volksstimme: Wie hat sich die Zusammenarbeit mit den Stadträten entwickelt?

Sabine Danicke: Jeder wird seine Position, jeder eigene Vorstellungen haben. Die Politik versteht sich mittlerweile als Partner, weil jeder erkannt hat, welche schwierige Ausgangsposition die Hansestadt hat. In der Konsolidierung gibt es kaum Handlungsspielräume.

Volksstimme: Wie schätzen Sie die Zusammenarbeit mit der Verwaltung ein?

Sabine Danicke: Sehr gut. Die Zusammenarbeit ist geprägt von gegenseitigem Respekt. Das geht auch nicht anders bei der Sacharbeit, die geleistet werden muss. Andere Begehrlichkeiten spielen keine Rolle.

Volksstimme: Welche Herausforderungen hat die Hansestadt Salzwedel in den nächsten Monaten zu meistern?

Sabine Danicke: Wir haben uns eine Menge auf die Agenda geschrieben - gerade im baulichen Bereich. Da müssen Fördermittel beantragt werden, also Dinge vorgewalzt werden, die 2012 realisiert werden können.

Volksstimme: Wie ist es um die Integration der neuen Ortsteile bestellt?

Sabine Danicke: Gut. Wir sind unserer Zeit weit voraus. Die Verträge sind eingehalten worden. Mit den Ortsbürgermeistern treffe ich mich regelmäßig. Da ist die erste Frage: Wo klemmt\'s? Wo drückt der Schuh? Die Ortsbürgermeister haben wichtige Schlüsselfunktionen in ihren Ortschaften. Die, die Rücklagen haben, können sinnvolle Investitionen planen. Darüber wird der Stadtrat ebenso befinden wie über Maßnahmen in der Stadt selber. Zusammenfassend kann ich sagen: Es ist ein sehr ehrliches Miteinander.

Volksstimme: Sie haben es erst kürzlich erwähnt. Unternehmen investieren am Standort Salzwedel.

Sabine Danicke: Ja. Paradiesfrucht will erweitern. Kraiburg Relastec baut ein neues Verwaltungsgebäude. Und bei RegioCom staune ich, wie das angelaufen ist. Auch das Bartelsche Haus wird angegangen. Dann können wir eine ansprechende Infrastruktur vorzeigen.

Volksstimme: Gibt es konkrete Anfragen von Ansiedlungswilligen?

Sabine Danicke: Ja, die gibt es. Aber darüber rede ich erst, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist.

Es ging noch nie in der Entwicklung rückwärts, sondern immer vorwärts

Volksstimme: Nächstes Jahr wird der Internationale Hansetag ganz in der Nähe Salzwedels ausgetragen. Inwiefern steht die Planung der Hansestadt für Lüneburg 2012?

Sabine Danicke:Wir sind gut gerüstet. Das Hansefest, an dem die Stadt Salzwedel jedes Jahr festgehalten hat, betrachten wir als Tourismus- und Wirtschaftsförderung. Die Internationalen Hansefeste, jetzt in Lüneburg, sind sehr gute Netzwerkverbindungen innerhalb der Städte und über die Grenzen hinweg. Ich weiß, dass einige Vereine sich schon darauf vorbereiten. Ein extra Dankeschön an alle, die uns die Treue halten.

Volksstimme:Was wünschen Sie sich ganz persönlich für das kommende Jahr?

Sabine Danicke:Gesundheit. Wenn man gesund ist, spielt der Rest keine Rolle. Ich bin ein großer Optimist. Es ging noch nie in der Entwicklung rückwärts, sondern immer vorwärts.

Das Neujahrsgrußwort gibt\'s unter www.salzwedel.de.