Wie sieht eine nachhaltige Landnutzung in der Altmark 2030 aus? Dieser Frage geht ein Projekt nach, das vom Bundesbildungs- und Forschungsministerium unterstützt wird.

Altmark l Klimaschutz ist nicht nur ein Thema für Weltklimagipfel, sondern auch auf regionaler Ebene von Bedeutung. Die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Landnutzung beleuchtet das Forschungsprojekt "CC-LandStraD". Die Abkürzung steht für "Climate Change-Land Use Strategies Deutschland", was übersetzt so viel bedeutet, wie Strategien für die Landnutzung im Zeichen des Klimawandels zu entwickeln.

Unter der Leitung des Braunschweiger Johann Heinrich von Thünen-Instituts wird die Kernfrage gestellt, welche Maßnahmen für die Landnutzung besonders geeignet sind, um das Klima zu schützen, aber auch um sich auf mögliche Folgen des Klimawandels einzustellen.

Für Konflikte, etwa bei der Flächennutzung für den Anbau nachwachsender Rohstoffe sollen während der Projektlaufzeit bis 2015 kooperative Lösungen entwickelt werden. Koordinator Dr. Horst Gömann betont, dass herausgefunden werden soll, wie bestimmte Flächennutzungen zum Klimaschutz und zur Verminderung der Folgen des Klimawandels beitragen können. Nutzungsart und -intensität wirken sich auf die Umwelt und das Landschaftsbild aus. Daher gehen die 25 Wissenschaftler auch der Frage nach, wie Landschaft auch in Zukunft ein Raum für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Siedlungs- und Verkehrsnutzung und gleichzeitig ein Erholungsraum für die Bevölkerung sein kann, sagte Görmann. Die Altmark ist eine von zwei Beispielregionen, in der diese Strategien erarbeitet werden. Ende vergangenen Jahres fanden unter Federführung des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung Gespräche mit 20 Interviewpartnern statt. Die Vertreter aus Verwaltung, Fachverbänden und Institutionen sollten ihre Einschätzung zur Lage in der Altmark geben.

"Derzeit werden die Interviews ausgewertet. Die Ergebnisse werden dann anonymisiert und zusammengefasst in Fokusgruppen-Gespräche einem größeren Kreis von Experten aus den jeweiligen Sachgebieten zur Diskussion gestellt und verschiedene Landmanagementoptionen unter Klimawandelbedingungen mit Landnutzern vor Ort diskutiert. Die Gespräche sind im zweiten Halbjahr 2012 für die Bereiche Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Siedlung und Verkehr geplant", erklärte Projektkoordinatorin Dr. Johanna Fick. Im kommenden Jahr soll es dann übergreifende Arbeitsgruppen geben.

Dr. Rosemarie Siebert vom Leibniz-Zentrum findet die Altmark wegen ihrer starken land- und forstwirtschaftlichen Prägung, ihrer geringen Besiedlung und der aktuellen Landnutzungstrends sehr interessant. Sie erwartet, dass dort andere Strategien greifen werden als in der zweiten Beispielregion, der Gegend um Bonn. Sie lobt die Zusammenarbeit mit dem Regionalverein Altmark und die Unterstützung aus den beiden altmärkischen Landkreisen. "Mein Dank gilt allen Gesprächspartnern", betonte Rosemarie Siebert.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.cc-landstrad.de