Die Lokomotiven der Dampflokfreunde sind umgezogen. Die letzten Maschinen haben Salzwedel verlassen. Mit Lkw wurden sie nach Wittenberge gebracht.

Salzwedel/Wittenberge l Es dampft, raucht und schnauft nicht mehr am Salzwedeler Lokschuppen. Am Wochenende sind die letzten Lokomotiven umgezogen. Bis zu 20 Tonnen bringen die Loks auf die Waage. Vier Tieflader und zwei Kräne verfrachteten die Dampfrösser in ihre neue Heimat in Wittenberge. Im Konvoi ging es auf die 60 Kilometer lange Strecke. "Die Leute haben ganz schön die Köpfe verdreht, als wir durch die Dörfer gefahren sind", sagte Lkw-Fahrer Frank Müller.

Hinter den imposanten Bildern steht harte Arbeit. "Es war super anstrengend", sagte Burkhard Bohn, Vorsitzender der Dampflokfreunde Salzwedel. Vier Monate hätten Mitglieder und Bekannte fast jedes Wochenende am Lokschuppen verbracht. Verpackt, aussortiert, verladen. An manchen Tagen seien sie bis zu 35 Mann gewesen. Zwar sind die Loks jetzt weg, die Arbeit geht aber noch weiter.

"So einen Umzug kann ich keinem empfehlen. Das ist kein Spaß", sagte Bohn. Dafür machen es die Wittenberger den Dampflokfreunden so bequem wie möglich. 140 Gäste begleiteten die offizielle Übergabe Ende Oktober - inklusive Landrat, Bürgermeister und Minister. Zum Lokschuppenfest waren bereits etwa 1500 zahlende Besucher gekommen.

Die Stadt investierte gut 400000 Euro in das Areal, teile die Pressesprecherin von Wittenberge mit. Mit Fördergeldern von Land, Bund und Europäischer Union seien fast drei Millionen Euro in das neue Eisenbahnmuseum geflossen. "Wir sind zutiefst dankbar", sagte Burkhard Bohn.

In Brandenburg bekommen die Dampflokfreunde die Unterstützung, die sie in Salzwedel nicht bekommen hatten. Die Dampflokfreunde fühlten sich mit den Kosten alleingelassen. Der Lokschuppen schlug in jedem Jahr mit 25000 Euro für Miete und Nebenkosten zu Buche. Das Dach sei dringend sanierungsbedürftig gewesen, doch weder Stadt noch Kreis hätten sie bei den Bemühungen unterstützt.

"Wir sind ja nicht aus der Welt."

"Alles hat seine Zeit", sagte Bohn zum Abschied. Die Dampflokfreunde verbinden viel mit der Stadt. Mehr als 15 Jahre war der Lokschuppen ihr Zuhause. Für die Mitglieder ändere sich mit dem Umzug wenig. "Fahren müssen wir sowieso", sagte Bohn. Denn der Großteil der mehr als 60 Mitglieder stamme aus Hamburg, Mecklenburg oder Niedersachsen. Etwa zehn Mitglieder seien aus Salzwedel und Umgebung.

Er hoffe, dass auch Altmärker mal bei einem der Feste vorbeischauen. "Wir sind ja nicht aus der Welt", so Bohn.

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