Gegen die geplante Hähnchenmastanlage bei Neuekrug hat sich nun auch eine Bürgerinitiative gegründet. Dem Investor Stefan Huster wirft sie mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. Dieser setzt auf eine offizielle Informationsveranstaltung.

Diesdorf l "Der Schneeball wird immer größer", sagt der Sprecher der Bürgerinitiative gegen die geplante Hähnchenmastanlage bei Neuekrug. Nach einer ersten Versammlung und der Gründung einer Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Diesdorf (wir berichteten) habe sich nun auch eine "Bürgerinitiative Neuekrug" (BI) gegründet. Insgesamt 16 Aktive seien derzeit dabei, so der Sprecher, der anonym bleiben möchte.

Und es gebe viele weitere, die die Bewegung etwa durch Anrufe ideell unterstützen würden. Auch eine erste Aktion hat die Initiative bereits gestartet. "Am vergangenen Donnerstag haben wir in kleiner Runde mit Herrn Huster telefoniert und eine offizielle Einladung ausgesprochen." Dem Investor seien die Namen aller beim Telefonat Anwesenden genannt worden. Er habe sich jedoch wenig kooperativ gezeigt und die Einladung abgelehnt. Auch eine Bedenkzeit habe er verstreichen lassen. "Wir wollten ihn persönlich ansprechen, weil er beklagt hatte, dass dies in der Vergangenheit nicht geschehen sei", begründet der Sprecher den Vorstoß. Entsprechend enttäuscht seien die BI-Mitglieder von der Reaktion.

"Wir wollen keinen Streit vom Zaun brechen", so der Sprecher weiter. Deshalb habe die BUND-Ortsgruppe Stefan Huster auch bei einer Anzeige unterstützt, die er nach dem Erhalt von Drohbriefen beim Landeskriminalamt gestellt haben soll.

Die Behörde konnte das Vorliegen einer solchen Anzeige auf Nachfrage der Volksstimme allerdings weder bestätigen noch dementieren. Stefan Huster selbst erklärte gestern, er wolle aus privaten Gründen vorerst nichts mehr in den Medien sagen. Allerdings bekräftigte er, dass er, sobald der Planungsstand dies erlaube, zu einem öffentlichen Informa-tionsabend einladen werde, bei dem das Vorhaben vorgestellt werden soll.

Eben auf diese Informa- tionsveranstaltung wollen auch die Mitglieder des Diesdorfer Gemeinderates warten. Erst danach werden sich dessen Mitglieder zum Projekt positionieren, erklärte Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß während einer Ratssitzung am Dienstagsabend. "Wir möchten, dass der Investor das Projekt erst einmal vorstellt." Er sei der Einzige, der sagen könne, was genau er machen wolle. Wann diese Informationsveranstaltung stattfinden wird, ist weiter unklar.

Kloß deutete während der Ratssitzung auch noch einmal an, dass er die Chancen auf einen erfolgreichen Widerspruch gegen das Projekt im Zweifelsfall als gering einschätzt. "Wenn der Investor den Antrag nach Recht und Gesetz stellt, wird dieser auch genehmigt", sagte er. Die BI-Mitglieder setzen unterdessen auch auf Unterstützung durch das Gremium. "Wir hoffen, dass die Gemeinde weiter Transparenz zeigt und die Bürger informiert", sagt der Sprecher.

Unabhängig von der Stellungnahme der Diesdorfer Gemeinderäte wollen die BI-Mitglieder ihre Aktionen fortsetzen. So werde es zum Jahresbeginn 2013 eine erste offizielle Versammlung der Initiative geben, erklärte der Sprecher weiter. Darüber hinaus seien ein Umzug durch Diesdorf und der Besuch einer Mastanlage geplant. Für künftige Veranstaltungen versichern die Mitglieder der BI zudem, dass diese rechtzeitig angekündigt werden.

Die Situation, dass Bürger sich ärgern, weil sie - wie bei der spontanen Versammlung in Höddelsen - vorher nicht informiert wurden, sollte damit ausbleiben. Erreichbar ist die Bürgerinitiative seit Mittwoch auf der Internetseite www.bin-diesdorf.de sowie bei Facebook.