Gestern Vormittag folgten mehr als 100 Gäste der Einladung der Saalestadt zum Neujahrsempfang. In feierlicher Atmosphäre wurden Klaus Weila vom Verschönerungsverein mit dem Wilhelm-Loewe-Preis und Künstler Hans Both mit dem Eintrag in das Ehrenbuch der Stadt Calbe geehrt.

Calbe l Klaus Weila steht in der Aula des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in einer der hinteren Reihen. Als Bürgermeister Dieter Tischmeyer die Laudatio auf den diesjährigen Wilhelm-Loewe-Preisträger hält, wechselt der Calbenser von einem Bein auf das andere. Als schließlich sein Name fällt, gehen die Augenbrauen nach oben und seine Blicke etwas ungläubig in die applaudierende Runde. Damit hat Klaus Weila wahrlich nicht gerechnet. Umso mehr freut er sich über die Auszeichnung, die den Namen des berühmten Sohnes der Saalestadt und Vizepräsidenten der Frankfurter Nationalversammlung im Jahr 1848, trägt. "Ich freue mich riesig über diese Anerkennung", sagt der 62-Jährige gegenüber der Volksstimme und gibt die Würdigung gleich an alle seine Mitstreiter weiter.

Verschönerungsverein will schon bald wieder anpacken

Klaus Weila gehörte seit 2003 dem Förderverein Saaleinsel an, der fünf Jahre später in den Verschönerungsverein Calbe (VVC) umgewidmet wurde und unter dem Vorsitzenden Rudolf Conrad einen enormen Aufschwung und Mitgliederzulauf erhielt. Seitdem setzen sich die vielen Ehrenamtlichen für scheinbar vergessene Orte der Stadt ein und suchen nach Lösungen, die Stadt ein Stück attraktiver und lebenswerter für alle zu machen. Der 62-Jährige sei ein perfekter Verbindungsmann zwischen Institutionen und Firmen, wenn es darum gehe, immer wieder beharrlich nach Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen und Menschen zum Einsatz für ihre Heimatstadt zu begeistern, führt Tischmeyer aus. Auf den Baustellen, allen voran beim neu gestalteten Storchplatz im Jahr 2010 oder bei der Sanierung der Saalemauer 2011/2012 an der Bernburger Straße, sei er stets persönlich anzutreffen. "Sobald es wärmer wird, werden dort wieder die Ärmel hochgekrempelt", blickt Weila schon voraus.

Als zweiter wird Hans Both für sein Lebenswerk mit einem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt geehrt. Für viele Kulturinterssierte eine längst fällige Ehrung, schließlich zählt der Calbenser, der seit 1974 in der Stadt lebt, zu den künstlerischen Aushängeschildern weit über die Stadtgrenzen hinaus. Der 77-Jährige, der 2005 den Wilhelm-Loewe-Preis bekam, stellt bundesweit und in europäischen Ländern aus. Oft wird er in einem Atemzug mit Künstlernamen wie Otto Plönnies, Günther Kraatz, Eberhard Frank und Karl Rabe genannt. Der gebürtige Ostpreuße besuchte die Spezialschule für Bildende Kunst an der Magdeburger Kulturakademie und übernahm 1975 die Leitung des Zirkels für bildende Kunst im Traktorenwerk. Bekannt sind vor allem seine Lithografien. Regional bekannte Hobbykünstler haben ihren Weg im Bothschen Kreis begonnen. "Es gibt mir Kraft, in diesem Bereich weiterzuarbeiten", freut sich Both über die Auszeichnung.

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