Die Vernässungsproblematik und das Niederschlagswasser-Beseitigungskonzept werden heute vorgestellt. Für Torsten Pillat von der CDU eine Weichenstellung für die zukünftige Wohnbebauung.

Schönebeck l Vielleicht fehlt den Verantwortlichen der Mut? Das zumindest fragt sich der Frohser Torsten Pillat. Er drängt im Gespräch mit der Volksstimme nochmals vehement darauf, dass das von der Stadt in Auftrag gegebene Niederschlagswasser-Beseitigungskonzept nicht nur vorgestellt, sondern anschließend auch entsprechend umgesetzt wird. "Wenn das nicht kommt, dann verschlafen wir etwas", sagt Pillat der Volksstimme.

Schon seit Monaten treibt es den Christdemokraten um. Die Schaffung von Bauland für junge Familien steht ganz oben auf der Agenda des Stadtpolitikers. Und nicht nur bei ihm: Die zurückliegende Stadtratssitzung im März hat deutlich gemacht, dass die gemeinsame Schnittmenge bei diesem Thema bei den anderen Fraktionen nicht gering ist. Wenngleich die Herangehensweise eine andere ist, so haben alle Parteien eines im Blick: die demographische Entwicklung.

Schönebeck verliert immer weiter Einwohner. "Die Debatte im Stadtrat am 21. März hat deutlich gemacht, dass alle Fraktionen größtes Interesse an einer Entwicklung unserer Stadt haben. Die verschiedenen Schwerpunkte und Herangehensweisen, die ebenfalls in der Debatte geführt wurden, schließen sich jedoch nicht aus", sagt Torsten Pillat. "Vielmehr sind sie als gleichbedeutende und erfolgsversprechende Lösungsansätze zu verstehen, die auch bereits öffentlich von mehreren Fraktionen gefordert und begründet wurden." Er streckt damit den anderen Fraktionen die offene Hand aus.

Neben der demografischen Entwicklung sieht der Christdemokrat auch die Haushaltssituation der Stadt und Probleme, die sich auf Grund der Vernässung ergeben. Sie wirken sich maßgeblich auf die Rahmenbedingungen und die zukünftige Stadtentwicklung im Allgemeinen und in zukünftige städtebauliche Planungen im Speziellen aus, sagt Torsten Pillat.

"Ich bin der Meinung, dass eine langfristige positive Entwicklung unserer Stadt in den nächsten Jahren nur gelingen kann, wenn man die genannten Rahmenbedingungen in die Stadtentwicklungsplanung aufnimmt und Lösungen findet, um unsere Stadt für die Bürger lebenswerter und für die ansässigen und neue Unternehmen und Investoren attraktiver zu machen", schlägt der CDU-Stadtrat vor.

Um jedoch auch kurz- und mittelfristig den Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, sind nach Meinung von Torsten Pillat folgende Dinge zu prüfen:

- Welche zusammenhängenden Baugebiete zur Wohnbebauung können für junge Familien zur Verfügung gestellt werden?

- Welche Baulücken im Stadtgebiet stehen für den Wohnungs- beziehungsweise Hausbau zur Verfügung, und wie können diese zielgerichtet und erfolgversprechend angeboten und vermarktet werden? Dabei sind nach Pillats Meinung auch Gespräche mit den Besitzern brachliegender Flächen beziehungsweise Bauruinen zu suchen, falls diese Grundstücke nicht der Stadt gehören.

- Die bestehenden Flächennutzungspläne der Stadt sind auf ihre Richtigkeit hinsichtlich der aktuellen Erkenntnisse und Lösungsansätze zur Grundwasserproblematik und den notwendigen Maßnahmen - resultierend aus den Ergebnissen des Niederschlagswasser-Beseitigungskonzeptes - zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Der erste Schritt in diese Richtung könnte heute Abend gemacht werden. Dann nämlich stellt die Stadt das Niederschlagswasser-Beseitigungskonzept und Informationen zum derzeitigen Vernässungsproblem öffentlich vor. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Dr.-Tolberg-Saal. Es ist der erste Schritt, weitere mutige werden folgen müssen.