Die heutige Eröffnung des Operettensommers auf dem Bierer Berg sieht Christian Simonis, Chefdirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie, als seinen Abschied. Zum 31. August verlässt er den Salzlandkreis. Die Volksstimme hat einige Wegbegleiter gebeten, sich mit einem Grußwort bei Christian Simonis zu verabschieden.

Beate Besser, Landes- kirchenmusikdirektorin in Oldenburg:

Lieber Herr Simonis, in bis zu Ihrer Tätigkeit nicht gekannter Intensität haben Sie das kirchenmusikalische Geschehen in und um Schönebeck verfolgt und mit Ihren Programm- ideen bereichert. Manches Werk wäre sonst wohl kaum entstanden oder zur Aufführung gelangt. Gleichzeitig haben Sie alles unterstützt, was die Kirchenchöre so vorhatten. Nach Ihrem Dienstbeginn wurde dabei und auch bei vielen anderen Anlässen deutlich hörbar, wie Sie den Klang des Orchesters hin zu einer echten "Kammerphilharmonie" geprägt haben. Vieles von dem, was Sie darüber hinaus musikalisch und kulturpolitisch auf den Weg gebracht haben, wird in Erinnerung bleiben.

René Zok, Oberbürgermeister in Staßfurt:

Die Stadt Staßfurt bedankt sich für die zahlreichen Konzerte, die unter der Leitung von Herrn Simonis in Staßfurt stattfanden. Die Auftritte der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie waren und sind eine Bereicherung im Kulturleben der Stadt. Sie haben die entsprechenden Spielorte im Stadtgebiet erheblich aufgewertet. Herr Simonis trat, in seiner unkonventionellen Art, stets für den Erhalt aller Kultureinrichtungen ein. Die Stadt Staßfurt wird ihn vermissen.

Matthias Porzelle, Superintendent:

Wie freute ich mich vor Jahren, als es hieß: "Christian Simonis kommt nach Schönebeck." Ich ahnte aus meiner Göttinger Studienzeit, welchen Gewinn Ihr Kommen für die Region bedeutet. Und in der Tat ist es zu einem Segen für Schönebeck und den Salzlandkreis geworden. Neben vielem, was anderen zu nennen vorbehalten sein mag, erinnere ich gern die von Ihnen angeregten Konzerte zur Passionszeit in St. Johannis und St. Marien.

Eine sehr persönliche Erinnerung bleibt mir neben diesen und anderen Veranstaltungen: Damals fragte ich, wie Sie denn auf die Idee gekommen seien, von Göttingen nach Schönebeck zu wechseln. Ihre Antwort hat den Neugierigen beschämt: "Das fragen Sie mich? Wo Gott einen hinschickt, da geht man hin." Nun schickt er Sie an einen anderen Ort und in eine neue Aufgabe. Unser Dank für die Zeit hier mag Sie begleiten. In allem Kommenden mögen Sie herzlich Gott anbefohlen sein,

Christa Huppertz, Soziokulturelles Zentrum "Treff":

Ich werde nie den Augenblick vergessen, als das Telefon klingelte, und am anderen Ende sich der Herr Simonis meldete. Er stellte sich als der neue Chef- dirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie vor. Und er bat um einen Termin bei mir. So etwas hatte es noch nie gegeben. Herr Simonis kam in den Treff - und er kam nicht mit leerem Kopf. Er hatte Ideen für eine zukünftige Zusammenarbeit dabei. Daraus entstand das erste "Treffen der Künste" 2003, anlässlich des 15 jährigen Bestehens des soziokulturellen Zentrums. Alles, was sich im Treff täglich oder wöchentlich tummelt, durfte gemeinsam mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie im Tolberg-Saal auftreten. Von nun an gab es mehrere gemeinsame Veranstaltungen. Mit jeder einzelnen wuchs das Selbstvertrauen der Amateurkünstler.

Danke lieber Herr Simonis, danke lieber Kammerphilharmonie für diesen Wachstums- prozess, den Sie bei uns allen ausgelöst haben.

Jerzy Bojanowski, Musiker der Kammerphilharmonie:

Lieber Herr Simonis, in den vergangenen acht Jahren hatte ich das Glück, mit Konzerten der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie unter Ihrer Leitung viele Menschen glücklich zu machen. Dabei habe ich immer ganz deutlich gespürt, dass der junge Zuschauer während "Peter und der Wolf" genauso wichtig war wie die Erwachsenen am Abend. Sie haben es geschafft, dass wir uns in unserer Heimat tatsächlich zu Hause fühlen, sei es in Merseburg, Breitenhagen, Staßfurt, Bernburg oder Egeln. So wunderte es mich nicht, dass Ihre wohl dosierten "Zutaten" während der Neujahrskonzerte an jedem Spielort keinen Zuschauer auf den Plätzen hielt. Für die vielen Gespräche, die wir am Rande unserer gemeinsamen Arbeit miteinander geführt haben, bedanke ich mich herzlich in der Hoffnung, dass sie Fortführung finden.

Hans-Michael Strube, Vorstandsvorsitzender der Salzlandsparkasse:

Vor allem in den letzten Jahren hat das Orchester eine beeindruckende Entwicklung genommen und sich weit über die Grenzen unseres Landkreises hinaus einen hervorragenden Namen gemacht. Konzertreihen, Operettensommer oder das Musikfest "Klänge im Raum" stehen für eine bunte Mischung eindrucksvoller Konzerte und musikalischer Highlights.

Nun steht eine Zeitenwende an: Der brillante Repräsentant der künstlerischen Arbeit des Orchesters und der gesamten Region verabschiedet sich aus Schönebeck. Aber Christian Simonis hat nicht nur musikalische Glanzpunkte gesetzt. Er hat "Brücken gebaut", wie es nur die Musik vermag. Mit pädagogischem Geschick und Leidenschaft, gepaart mit unermüdlichem Engagement, hat er der kommenden Generation die Zuneigung zur Musik und die Freude am Musizieren beigebracht. Seine Leidenschaft, auch den Kleinsten Musik ganz nahe zu bringen, hat uns alle mitgerissen. Damit hat Christian Simonis Spuren hinterlassen, die noch lange nachwirken werden.

Hans-Jörg Simon, Geschäftsführer der Kammerphilharmonie:

Konstruktivität mit kompromissloser Zielstrebigkeit sind aus meiner Sicht, neben vielen anderen, die Eigenschaften, welche Christian Simonis in besonderer Weise auszeichnen. Ihm ist es gelungen, die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie zu einem wichtigen Bindeglied zwischen den Bürgern des noch jungen Salzlandkreises und einem geachteten Klangkörper in Sachsen-Anhalt zu entwickeln. Dabei hat er alle ihm zur Verfügung stehenden künstlerischen Mittel auf optimale Weise genutzt, was unter den gegebenen Bedingungen nicht immer leicht war. Dagegen ist es ihm bei seinen Moderationen und interessanten Programmgestaltungen leicht gefallen, mit seiner charmanten Art und seinen immensen musikalischen Kenntnissen ein breites Publikum für sich einzunehmen.

Friederike v. Krosigk, Schloss Hohenerxleben:

Was für eine schöne und fruchtbare Zusammenarbeit durften wir in den Jahren Ihrer Zeit als Chefdirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie mit Ihnen, lieber Herr Simonis erleben! Voller Vertrauen, gegenseitiger Inspiration, Unternehmergeist und gemeinsam-freudigem Gestalten von Kultur in unserem schönen Salzlandkreis. Wir danken aus tiefstem Herzen.

Norbert Viertel, Leiter Salzlandtheater:

Als ich vor dreieinhalb Jahren nach Staßfurt kam, erlebte ich als erste Veranstaltung das Neujahrskonzert der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Es war sofort zu erkennen, dass nicht nur die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie, sondern auch der Dirigent hier eine Institution war. Dass dies nicht nur am Wiener Charme lag, mit dem der Mann da vorn auf der Bühne seine Moderationen würzte und nicht nur an der Art des schwungvollen Dirigierens, die auch das Publikum voll mitgehen ließ, erkannte ich viel später. Ich sah nach und nach die immense Arbeit, die hinter allem stand und die Strukturen, die Herr Simonis und der Geschäftsführer der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie, Herr Simon, geschaffen hatten. Und das betraf hier in Staßfurt vor allem die Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren, wie dem Dr.-Frank-Gymnasium, dem Jugendblasorchester oder dem Salzlandfrauenchor. Toll, was da gemeinsam auf die Bühne gestellt wurde.

Heike Heinrich, im Namen der Volksstimme- Redaktion Salzland:

Christian Simonis begeistert, allein wenn er den Raum betritt. Er fordert seine Musiker, wenn er mit ihnen Auftritte bestreitet. Er fördert sie, wenn geprobt wird. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck weit über die Kreisgrenzen bekannt ist. Danke, Herr Simonis, dass wir Sie kennen und schätzen lernen durften. Danke für Konzerte, die Seele und Geist gut getan haben, und Gespräche, ob kreativ, konstruktiv oder einfach nur unterhaltsam. Wir wünschen Ihnen eine Zukunft ganz nach Ihrem Geschmack.

Anna-Maria und Rüdiger Meussling, Pretziener Musiksommer:

Zu den Höhepunkten des Musiksommers in der St.Thomas-Kirche Pretzien gehören immer die Konzerte der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck. Sie bildeten jeweils das Abschlusskonzert des Musiksommers und waren als stets gut besuchte Konzerte etwas Besonderes. Es war eine große Freude, Herrn Simonis mit seinem Orchester zu erleben. Seine menschliche Wärme, seine Ausstrahlung und seine Fröhlichkeit machten in unserer wunderbaren Kirche diese Stunde zu einem großen Erlebnis. Wir möchten ihm danken und wünschen ihm auf seinem weiteren Weg Gottes Geleit und Segen.

Ulrich Gerstner, Landrat:

Ich habe Christian Simonis als Vollblutmusiker mit seinem unverwechselbaren Wiener Charme kennengelernt. Er gab und gibt unserem Orchester die Ausstrahlungskraft, mit der es im Salzlandkreis und darüber hinaus von vielen Besuchern gewertschätzt wird. Ich wünsche Herrn Simonis beruflich und persönlich für die Zukunft viel Erfolg, aber auch Glück. Möge er Schönebeck in guter Erinnerung behalten so wie wir unseren GMD Christian Simonis.

Wolf-Michael Feldbach, Mitorganisator von "Klänge im Raum":

Herr Christian Simonis - für mich ein seriöser, freundlicher, liebenswerter Mensch mit eindrucksvollem Wiener Charme, ein ausgesprochener Fachmann auf seinem Gebiet, mit dem es Spaß macht, auch über Gott und die Welt zu diskutieren. Als Orchesterchef stets mit den Größen der Musikliteratur auf Du und Du, unterstützte er tatkräftig auch die kleinen Veranstaltungen, wie die Dixieland-Konzerte im Rahmen der Klänge im Raum in Zens.

Was ich mit ihm vermissen werde? Nun - eben das alles.

Petra Grimm-Benne, Vorsitzende des Fördervereins der Kammerphilharmonie:

Ich bedanke mich bei Herrn Christian Simonis für sein großes Engagement, seine unerschöpfliche Kreativität und Leidenschaft. Damit gab er dem Orchester ein neues musikalisches Gesicht. In jeder Spielzeit schaffte er es, dem Publikum ein musikalisches Programm zu präsentieren, das immer wieder neue Facetten mit sich brachte und das obwohl die Rahmenbedingungen für Kunst- und Kulturschaffende in den letzten Jahren wahrlich nicht immer rosig waren. Für die Zukunft wünsche ich ihm, dass er sich genau diese Eigenschaften erhalten kann.

Sibylle Schulz, Leiterin Solepark Salzelmen:

Herr Simonis hat dazu beigetragen, dass das Stück Musikkultur in unserer Region wachsen und zur Perfektion heranreifen konnte. Er ist ein Mann, der durch sein Können als exzellenter Dirigent überzeugt. Er versteht es, die Menschen zu begeistern.

Herr Simonis hat in der Region musikalische Zeichen gesetzt und unsere Stadt und den Landkreis über die Region hinaus bekannt gemacht. Den Solepark und Herrn Simonis verbindet eine langjährige und sehr gute Zusammenarbeit, welche zum Beispiel jährlich zum Serenadenkonzert im Kurpark dazu beigetragen hat, über die initiierten Spendensammlungen ein Stück Tradition bei uns weiterleben kann.

Dieter Giesemann, Leiter Musikschule Staßfurt/Aschersleben:

Es war ein frischer Wind, der mit Herrn Simonis in unserer Region Einzug gehalten hat. Die Vielfalt der musikalischen Aktivitäten, die unsere ländliche Gegend so interessant machen, hatten wir vorher auch schon, doch Herr Simonis hat sich auf seine sympathische Weise unermüdlich für das große Miteinander eingesetzt. Das ist sein Verdienst und ich wünsche mir, dass sich dieser Gedanke in unserer Zukunft fortsetzt. Unvergesslich werden die Gemeinschaftskonzerte mit unseren Schülern unter seiner Stabführung bleiben. Ich hoffe, dass wir Herrn Simonis noch oft als Dirigent - wo auch immer - erleben dürfen.

   

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