Insgesamt 45000 Euro wurden in der Stadt Kirn (Rheinland-Pfalz) für die hochwassergeschädigte Einheitsgemeinde Barby gesammelt. Es ist die größte Spendensumme, die bisher je übergeben wurde.

Barby/Kirn l Die Beigeordneten Peter Wilhelm Dröscher und Paul Georg Löhr übernachteten in Barby, bevor sie tagsdarauf den Scheck im Rathaus übergaben. Deshalb konnten sie einen Eindruck gewinnen, welche Schäden auch das Drängwasser weit hinter den Mauern der Stadt anrichtete.

In einer groß angelegten Aktion sammelte die 8500 Einwohnerstadt im Landkreis Bad Kreuznach 20 000 Euro. Das Geld ist für städtische Hilfe bestimmt. So bleibt Barby auf mehreren tausend Euro Dieselkosten sitzen, die um Zuge der Aufräumarbeiten entstanden. Auch der Schulsport wird unterstützt. Weil keine Barbyer Sporthalle einsatzfähig ist, müssen die Schüler nach Glinde ausweichen. Die Transportkosten für die Busse - sie waren bisher ungeklärt - werden aus der Kirn-Spende bezahlt.

Doch damit nicht genug: 25 000 Euro kommen aus der Kirner Dr.-Wolfgang-und-Anita-Bürkle-Stiftung hinzu. Sie sind für private Flutopfer bestimmt. Wie Kämmerin Sigrid Hochgräfe gestern mitteilte, können sich drei Familien aus Breitenhagen, Klein Rosenburg und Barby über die Aufteilung freuen.

Peter Wilhelm Dröscher und Paul Georg Löhr berichteten davon, dass dererlei Hilfe für die Kirner, die selbst in den 1990ern vom Hochwasser betroffen waren, nicht neu sei. Denn bereits 2002 hatte der dortige Stadtrat aufgerufen, für Wesenstein in Sachsen zu spenden. Große Unterstützung leistete jetzt die "Allgemeine Zeitung" (Rhein-Main-Presse), die regelmäßig zu Spendeaktionen aufrief und darüber berichtete. Damit sich die weitab von Elbe und Saale wohnenden Leser ein Bild machen konnten, wurde in redaktionellen Beiträgen über die Situation im Raum Barby, Breitenhagen oder Groß Rosenburg berichtet. Am Ende waren das Kirner Spendenkonto und die Internet-Adresse der Stadt Barby abgedruckt.

Was offensichtlich die Wirkung nicht verfehlte.

Es ist herzerwärmend von den Kleinen der städtischen Kindertagesstätte Ohlmannstraße zu lesen, die eine dreitägige Spendenaktion durchführten. Um das Thema Hochwasser zu veranschaulichen, wurden Spielsachen und Kleidungsstücke in einem Bassin mit Matschwasser versenkt.

Marktplatzwirte stellen Sammeldosen auf die Tische, die Chorgemeinschaft bat um Hilfe, die Realschule ließ sich etwas einfallen. Groß sei auch die Bereitschaft einheimischer Banken gewesen, berichteten Dröscher und Löhr.