Auf dem Land gibt es viele Dörfer und entsprechend natürlich Grünschnitt. Da erhebt sich die Frage, wohin damit, denn eine öffentliche Annahmestelle gibt es in Bördeland nicht.

Bördeland l Über die Entsorgung von Grünschnitt sorgen sich die Bürger in verschiedenen Bördeländer Ortsteilen. Stellvertretend machte Peter Seiler aus Großmühlingen die Volksstimme auf das Thema aufmerksam. Es stünden im Gegensatz zu Calbe in der Einheitsgemeinde keine Sammelcontainer mehr zur Verfügung, so dass der Grünschnitt bis zur Deponie nach Frohse gefahren werden müsste. "Uns fehlen die Alternativen dazu", bedauerte er und forderte eine ganzjährige Annahme von Grünschnitt in der Gemeinde. Dazu beruft er sich auf einen entsprechenden Passus im Abfallkalender des Salzlandkreises.

Mechmet Tefikow, kaufmännischer Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebs (KWB), stellt zunächst klar, dass in den Monaten März, April, Oktober und November der Baum- und Strauchschnitt regulär mit der Biotonne abgeholt würde. Unabhängig davon, ist eine Abgabe ganzjährig auf den Deponien und Wertstoffhöfen möglich. Prinzipiell stehe es zudem jeder Gemeinde frei, eigene Grünschnittsammelstellen einzurichten und entsprechende Container aufzustellen.

Tatsächlich gibt es diese in allen sieben Ortsteilen der Einheitsgemeinde. Das Prozedere erklärt Bauamtsleiter Georg Skorsetz: "Die Container werden uns vom Kreiswirtschaftsbetrieb gestellt. Wenn sie voll sind, rufen wir dort an und sie werden abgeholt. Das klappt problemlos." Das bestätigte auch Tefikow gegenüber der Volksstimme. Beide sprechen von einer sehr guten Zusammenarbeit.

Allerdings ist es in Bördeland so, dass die Grünschnittcontainer nicht öffentlich zugänglich sind. Das heißt, die Bürger können nicht einfach hingehen und ihren Grünschnitt in den Container werfen. Der Hintergrund dafür liegt in der Vergangenheit: Immer wieder gab es Probleme damit, dass aller möglicher Unrat darin entsorgt wurde. Die Verantwortung für den Inhalt der eigens gestellten Container liege jedoch bei der Gemeinde, betont der KWB, sie müsse die Kontrolle darüber haben.

Seilers Vorschlag, die Sammelstelle nur zu bestimmten Zeiten zu öffnen und einen Gemeindearbeiter zur Kontrolle abzustellen, lehnt die Gemeinde Bördeland ab. "Wir stellen niemanden ab, der die Sachen annimmt. Er würde uns an anderer Stelle fehlen", so Skorsetz.

Das Problem fängt offenbar schon bei der Definition von "Grünschnitt" an. Nach übereinstimmenden Aussagen von Gemeinde Bördeland und KWB ist damit allein der Baum- und Strauchschnitt gemeint. Grasmahd oder andere Gartenabfälle gehören in die Braune Tonne und werden nicht zentral angenommen.

Wohin nun also mit dem Grünschnitt von den Privatgrundstücken? Prinzipiell werden Bäume und Sträucher ja nun einmal im Frühjahr oder Herbst verschnitten. Dann werden sie auch regulär abgefahren. "Außerdem", weist Skorsetz hin, "gibt es ja auch noch die Osterfeuer." Für die kommende Herbstzeit bietet er den Bürgern zudem an, sich mit den Gemeindearbeitern in den Ortsteilen individuell in Verbindung zu setzen, so dass der Baum- und Strauchschnitt unkompliziert entsorgt werden kann.

Unklarheiten gab es in der Vergangenheit über die Mahd von öffentlichen Flächen. Diese, so das Bauamt, mähe die Gemeinde in der Regel selbst.