Unter großer Anteilnahme wurde in Eickendorf am Mittwoch eine Zeitkapsel in den Neubau des Gemeindezentrums eingesetzt. Viele gute Wünsche erreichten das neue Gebäude, das zum Impulsgeber für das gesamte Dorfzentrum werden könnte.

Eickendorf l Eine Grundsteinlegung, das war für Pastor Thomas Lütgert Neuland und tatsächlich ist ein solch feierlicher Akt in den Kirchengemeinden der Region sehr selten geworden. Umso erfreulicher war der Tag, an dem zwar letztlich kein Grundstein gelegt wurde, da die Bodenplatte längst gegossen war, jedoch trotzdem eine symbolische Zeitkapsel in eine Säule des Neubaus eingesetzt wurde.

"Möge es zu einem Haus für die ganze Gemeinde Eickendorf werden."

Ulf Rödiger, Stellvertrender Superintendent im Kirchenkreis Egeln

"Diese Säule wird bald auch das Dach tragen und sie ist nicht weit entfernt von der Stelle, an der später einmal der Altar stehen wird", berichtete der Pfarrer in seinen Grußworten auf der Baustelle. Unter das Motto "Gott baut ein Haus und wir bauen mit" stellte er seine Einführung, in der er die Geschichte seit dem Brand des alten Gemeindehauses im Jahr 2011 rekapitulierte. Groß war die Verzweifelung damals, wie es weiter gehen sollte. Zwar war es dank der Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr gelungen, fast das gesamte Gemeindearchiv zu retten, das 1867 eingeweihte Gebäude war bei dem Grad der Zerstörung jedoch nicht mehr nutzbar. Es wurde überlegt und diskutiert, letztendlich gemeinsam mit allen beteiligten Entscheidungsträgern beschlossen, neu zu bauen.

Freilich wirkt das neue Gebäude, dessen Grundmauern mittlerweile stehen, für die kleine Kirchengemeinde etwas überdimensioniert. Und so soll es nicht nur für die Christen des Ortsteils zum Zentrum werden. "Wir haben die Hoffnung, das das Haus auch gemeindebauend wirken wird", formulierte es Pfarrer Ulf Rödiger aus Groß Rosenburg, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Egeln. "Möge es zu einem Haus für die ganze Gemeinde Eickendorf werden." Wünsche, denen sich auch der Ortsbürgermeister Marco Schmoldt gern anschloss, der den Bauarbeitern einen erfolgreichen und unfallfreien Fortgang des Baus wünschte. Für ihn verbindet sich mit dem neuen Gemeindezentrum jedoch noch ein weiterer Traum. "Vielleicht ist das ja der Start für ein schönes Dorfzentrum", wagte er zu hoffen, denn tatsächlich sieht dieser Bereich mitten in Eickendorf eher traurig aus.

Assistiert von Bauleiterin Michaela Neubarth befüllte Lütgert schließlich unter den neugierigen Blicken der Gäste die Kartusche (zum Inhalt siehe Info-Kasten). Heinz und Marcus Träger aus Großmühlingen übernahmen das Zulöten und schließlich kam sie in die vorgesehene Nische. Später wurde die Kupferkapsel dann ordnungsgemäß einbetoniert.

Die Stimmung an dem sonnigen Nachmittag war sehr gut und gemeinsam stießen die Gäste auf den neuen Bau an, der in den vergangenen Tagen zusehends gewachsen ist. Die Zeitkapsel, das darf zu Recht vermutet werden, wird wohl keiner der Anwesenden noch einmal zu Gesicht bekommen.

   

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