An die Kapazitätsgrenzen geraten die Unterkünfte, die der Salzlandkreis für Asylbewerber vorhält. Hintergrund: Pro Monat werden künftig fast doppelt so viele Flüchtlinge dem Landkreis zugewiesen wie zuvor. Weitere Unterkünfte sind trotzdem nicht geplant.

Schönebeck/Staßfurt/Bernburg l Einfach ist die Situation für den Salzlandkreis nicht. Pro Monat sollen dem Landkreis zukünftig zwischen 20 und 25 Asylbewerber zugewiesen werden. 2012 waren es 160 im ganzen Jahr. Das waren durchschnittlich 13 Asylbewerber pro Monat. Nun wird die Anzahl der dem Salzlandkreis zugewiesenen Flüchtlinge fast verdoppelt.

"Zum Ende des Monats August wird die Aufnahmekapazität der Gemeinschaftsunterkünfte erreicht sein, so dass eine weitere Unterbringung dort kaum möglich sein wird", sagt Ingrid Schildhauer, Pressesprecherin des Landkreises, auf Volksstimme-Nachfrage. Denn in der Regel kann ihren Ausführungen nach von einem Aufenthalt des Asylbewerbers von über zwei Jahren im Landkreis ausgegangenen werden. Das unterfüttert sie mit Zahlen zu den Unterkünften:

- Bernburg, Teichweg: 175 Plätze

- Bernburg, Köthensche Straße: 33 Plätze

- Aschersleben, Dr.-Wilhelm-Feit-Straße: 135 Plätze

Trotz dieser erreichten Kapazitätsgrenzen hat die Landkreisverwaltung bisher keine Schaffung einer weiteren Unterkunft geplant. "Hier muss jedoch eine Bedarfsprüfung durchgeführt werden", sagt Schildhauer.

Ausweichmöglichkeit: Schifferschule

Und: "Hier ist zu berücksichtigen, welche Personenkreise dem Salzlandkreis zugewiesen werden sowie die Einschätzung einer Aufenthaltsdauer im Salzlandkreis."

Doch die Gemeinschaftsunterkünfte in Bernburg und Aschersleben sind nicht die einzigen Möglichkeiten, die dem Landkreis zur Unterbringung der Asylbewerber zur Verfügung stehen. "Bisher wurden Wohnungen insbesondere in Bernburg durch den Salzlandkreis angemietet", sagt die Pressesprecherin gegenüber der Volksstimme. Vorgesehen sei je nach Bedarf auch die Anmietung von Wohnungen zum Beispiel in Schönebeck, gegebenenfalls auch Staßfurt oder Aschersleben. In diesen extra angemieteten Wohnungen werden vorrangig Familien oder Alleinerziehende mit Kindern untergebacht, sofern von einem längeren Aufenthalt im Bundesgebiet und somit im Salzlandkreis auszugehen ist.

Zu dem Personenkreis, der eine Wohnung angeboten bekommen kann, zählen des Weiteren Frauen und Männer, bei denen eine sogenannte Heimatuntauglichkeit wegen Erkrankung festgestellt wurde. "Sie erhalten die Möglichkeit, eine Wohnung im Salzlandkreis zu beziehen", sagt Ingrid Schildhauer.

Diese Wohnungen, so die Pressesprecherin, werden, beziehunsgweise sind mit allen notwendigen Haushaltsgegenständen sowie entsprechendem Mobiliar ausgestattet. Das gehört zu den Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, die jedem Asylbewerber zustehen, der im Salzlandkreis eintrifft.

Letztlich scheint die Situation sich aber auch schon vor dem Ende des Augustes zuzuspitzen. Denn in der ehemaligen Schifferschule in Schönebeck sind derzeit sogar Familien untergebracht, welche dem Salzlandkreis als Asylbewerber zugewiesen wurden. Wie Ingrid Schildhauer gegenüber der Volksstimme bestätigt. "Bei diesen Personen ist der Aufenthalt hier nur kurzzeitig zu erwarten", ergänzt die Pressesprecherin. Und: "Sofern sich ein längerer Aufenthalt abzeichnet, wird auch hier gegebenenfalls ein Auszug beziehungsweise der Bezug einer Wohnung gestattet".