Die mögliche Neuwahl eines Oberbürgermeisters geht in die nächste Runde. Der CDU-Ortsverband Schönebeck/Bördeland will am kommenden Dienstag einen Kandidaten wählen. Ins Rennen gehen Torsten Pillat und Bert Knoblauch.

Schönebeck/Bördeland l Es ist seit langer Zeit kein Geheimnis mehr. Bisher in völliger Ruhe haben sich die Christdemokraten der Elbestadt auf die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl im Frühjahr 2015 vorbereitet. Dann nämlich endet die reguläre Amtszeit von Hans-Jürgen Haase. So sollte zunächst die Kommunalwahl über die Bühne gehen, dann wollte sich die CDU mit aller Kraft der Neuwahl eines Oberbürgermeisters widmen.

Doch das Hochwasser spülte die Zeitpläne der Christdemokraten durcheinander. Nachdem der Stadtrat sich mit überwältigender Mehrheit für ein Abwahlverfahren von Hans-Jürgen Haase am 22. September zusammen mit der Bundestagswahl ausgesprochen hat, steht die CDU nun unter Zugzwang. "Wir waren uns zunächst nicht einig, welche Entscheidung richtig ist", sagt auf Anfrage der Volksstimme Gunnar Schellenberger, Kreisvorsitzender der CDU. Sollte die Kandidatenkür vor oder nach der Abwahl Haases stattfinden?

Die beiden Hauptargumente, die bei den Mitgliedern die Runde machen, überzeugen gleichermaßen. Die einen treten vehement dafür ein, sich erst nach der Entscheidung der Bürger zu einer Abwahl personell zu positionieren, weil vielleicht ein schlechtes Licht auf die Partei fällt - nach der allgemein bekannten Redewendung: "Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist." Auf Schönebeck übertragen: Oberbürgermeister Haase ist noch nicht einmal abgewählt, da werden sich schon Gedanken um seine Nachfolge gemacht.

Andere in der CDU verteten die Ansicht, den Wählern noch vor der Abwahl eine Alternative zu bieten. "Das überzeugt vielleicht einige Schönebecker zu sagen: Lieber Kandidat X von der CDU als den jetzigen Amtsinhaber", macht Gunnar Schellenbeger deutlich.

Am Ende stimmen die Mitglieder des Ortsverbandes über das gemeinsame Vorgehen ab. Der Ergebnis: Am kommenden Dienstag kommen die CDU-Kollegen zusammen und küren ihren Kandidaten für eine mögliche Oberbürgermeisterwahl im Dezember 2013 oder Januar 2014.

Zu dieser internen Wahl stellen sich zwei Bewerber: Es sind Torsten Pillat, der derzeit die Fraktion der CDU im Stadtrat führt, und Bert Knoblauch, der der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes ist. Beide beanspruchen allein aus ihrer Amtsfunktion heraus die Kandidatur. Ansosten? Der eine ist Handelsfachwirt und in Frohse fest verankert, der andere Jurist und in Felgeleben zu Hause. Während sich Torsten Pillat auf der Stadtratsbühne die Beine wund läuft, ist Bert Knoblauch im Kreistag des Salzlandkreises aktiv. Beide verfügen über ausreichend Wissen in der Kommunalpolitik.

"Ich kann mit jedem Ergebnis am Dienstagabend leben", kommentiert Torsten Pillat die bevorstehende Runde um das Oberbürgermeisteramt. Ähnlich sieht es Bert Knoblauch: "Ich sehe das sportlich." Beide bekräftigen gegenüber der Volksstimme, dass sie im Falle einer Niederlage nicht mit ihrer Partei ins Gericht gehen werden. Jeder will weiter aktiv bleiben. Welcher der bessere Kandidat der CDU sein wird, werden die Mitglieder entscheiden. Rund 80 bis 90 Wahlberechtigte gibt es im Ortsverband.

Was der zukünftige CDU-Oberbürgermeister aber bei einer möglichen Neuwahl mitbringen muss, das kann Kreisvorsitzender Gunnar Schellenberger gut beschreiben. "Wir brauchen wieder einen aktiven Oberbürgermeister", sagt er und kritisiert damit indirekt das Arbeits-Pensum des jetzigen Mannes an der Stadtspitze. Wichtig aus Sicht der CDU ist, dass der Kandidat Ideen für die Stadt hat, in der Lage ist, mit allen Partnern gut und fair zusammenzuarbeiten und eine gewissen Vernetzung mit Vereinen und Verbänden mitbringt.

Einen Fehler will die CDU nicht wiederholen: Spektakuläre Neueinintritte, die dann den einen oder anderen Bewerber bei der Abstimmung unterstützen, wird es nicht geben. "Bis zum 10. September ist alles gestoppt", macht Gunnar Schellenberger leidvoll klar. Bei der vorangegangenen OB-Nominierung traten plötzlich noch Freunde in die Partei ein und ermöglichten so einem Kandidaten die Mehrheit.

 

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