Fest in bayrischer Hand war am vergangenen Sonnabend der Ortsteil Eggersdorf. Dort fand das traditionelle Oktoberfest der Gemeinde Bördeland statt. Als Band standen diesmal "Die Werntal Spatzen" aus Franken auf der Bühne.

Eggersdorf l Nein, Dirndl, Lederhosen und eine zünftige Brotzeit sind nicht unbedingt die Besonderheiten aus der Börde. Nur einmal im Jahr - ähnlich wie beim Fasching - schwappt aber die Welle des größten Volksfestes der Welt aus der Region nördlich der Alpen auch in Richtung Eggersdorf wie das Grippevirus im Winter. Dann werden Jeans- gegen Lederhose und Kleid gegen üppiges Dirndl eingetauscht.

"Wir laden jetzt zum elften Mal zu einem Oktoberfest in das Sport- und Freizeitzentrum nach Eggersdorf ein. Sie können ja mal schauen: Es ist wieder richtig voll", freute sich Hans-Jürgen Korn von der Gemeinde Bördeland, der wie andere auch am Abend den Hut auf hatte. Ursprünglich war das Fest dazu gedacht, die Dörfer einmal im Jahr zusammen zu bringen und gemeinsam zu feiern. Heute, nach elf Jahren, muss resümiert werden: Ziel erreicht!

Obwohl das Fest erst um 20 Uhr begann, bildete sich schon um 18.30 Uhr eine lange Schlange vor der weiß-blau geschmückten Halle. "Werden hier heute Fotos gemacht", fragte eine nette Dame in enger und zeigefreudiger bayrischer Kluft den Reporter der Zeitung. "Wenn ja: Die Wies\'n-Prinzessin sitzt gleich da vorn an der Bühne." So ausgelassen war die Stimmung im ganzen Saal. Ob Jung oder Alt, ob aus Eggersdorf, Biere oder Calbe: Das Oktoberfest der Gemeinde hat sich zu einem festen Punkt im Veranstaltungsplan etabliert. Wer nicht kommt, hat was verpasst.

Mut beweisen die Besucher inzwischen auch mit der Verkleidung. Kamen die Besucher vor Jahren noch verhaltener, so will heute jeder mit Oktoberfest-Stoffen glänzen. Und dabei gibt es offenbar keine Grenzen. Die Männer wagen sich in braune Lederhosen mit Hösenträgern, dazu wahlweise karierte Hemden in den Farben rot, blau oder grün. Lustige Hüte runden das Erscheinungsbild ab. Die Damen zwängen sich teilweise in knapp ausgeschnittene Dirndl und zeigen, was sie zu zeigen haben. Zwei junge Frauen kamen sogar mit den selben Stöckelschuhen: rot-weiß-blau kariert.

Kein Oktoberfest ohne das Nationalgetränk der Bayern: nein, keine Milch aus dem Allgäu, sondern Bier aus München. Der Festwirt hatte mit seinen Kollegen alle Hände voll zu tun, um den Gerstensaft in große Humpen zu füllen. Erfahrung bewies später auch Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich. Er stach mit kräftigen Hammerschlägen ein Fass Freibier an. Mit einem: "O\'zapft is!" gab Nimmich das Fass zum Leeren frei.

Neu auf der Bühne standen in diesem Jahr die Musiker der "Werntal Spatzen". Sie sind eine der größten Partybands in Franken. Ihre weit über 500 Auftritte führten sie auch über die Grenzen Deutschlands hinaus nach Österreich, Frankreich und den USA. "Die Werntal Spatzen" sorgten auch in Eggersdorf für Stimmung mit ihrer einzigartigen Mischung aus Bühnenshow, Animation und Liedauswahl und trugen so zum Gelingen des Oktoberfestes bei.

Weitere Fotos vom Oktoberfest finden Sie im Internet: www.volksstimme.de/ schoenebeck, dann "Bilder aus Schönebeck"

 

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