In der Nacht vom 29. zum 30. Oktober wurde in den Solarpark bei Barby-Monplaisir eingebrochen und Wechselrichter im Wert von 140000 Euro gestohlen.

Barby l Bislang unbekannte Täter verschafften sich gewaltsam Zutritt zu dem Gelände, das im Juli 2012 in Betrieb ging. Der Stahlgitterzaun war an der Nordseite aufgetrennt worden, stellte die Polizei fest.

Hier stand zuvor ein im Aufbau befindliches Industriekraftwerk der VEB Maisanwerke, hier sollte Ende der 90er Jahre eine Biokraftwerk entstehen. Beiden war kein Glück beschieden: Maisan ging in Konkurs, der Bio-Kraftwerksbetreiber gab auf.

Vermutlich eine organisierte Bande durchschnitt an der Monplaisirstraße den Zaun und entwendete 48 Wechselrichter (Geräte zur Umwandlung von Gleich- auf Wechselstrom). "Da die Bauteile von erheblichem Gewicht sind, müssen die Täter zum Abtransport ein größeres Fahrzeug genutzt haben", teilte die Polizei mit. Der Betreiberfirma ist ein Schaden von rund 140000 Euro entstanden.

Der Diebstahl von Solarmodulen und Wechselrichtern hat nach Angaben des Fachverbandes "watt_2.0." bundesweit besorgniserregende Ausmaße angenommen. Die gestohlenen Komponenten verblieben zumeist auch nicht in Deutschland, sondern würden über die Grenze geschafft und weiter nach Osten verkauft, heißt es bei "watt_2.0.".

Auch der weitere Verkauf über Online-Plattformen sei nicht ausgeschlossen. So gibt es auf der Internet-Handelsplattform "Second Sol" eine Rubrik, wo gestohlene Solarmodule und Wechselrichter gesucht werden können.

"Wir können nicht ausschließen, dass entwendete Solarmodule und Wechselrichter auf Marktplätzen im Internet angeboten werden", sagte Second-Sol-Geschäftsführer Frank Fiedler.

Sogar "künstliche DNA" wird eingesetzt

Welch großer Aufwand getrieben wird, um Diebstähle zu verhindern, beweist das Beispiel eines Solarparks im Landkreis Mansfeld-Südharz: Dort wurde eine Technologie installiert, mit deren Hilfe die Herkunft von Modulen und Wechselrichtern verlässlich ermittelt werden kann, vergleichbar mit der DNA bei einem Lebewesen. "Künstliche DNA" wird darum das Produkt genannt, das dem Komponentenklau Einhalt gebieten soll. Dabei handelt es sich um eine durchsichtige Markierungsflüssigkeit. Sie wird aufgebracht und macht die Objekte unverwechselbar. Denn jede einzelne Markierungssubstanz ist mit einem individuellen DNA-Code und zusätzlich mit codierten Kunststoffplättchen, den sogenannten Microdots, ausgestattet.

Die ausgehärtete Markierungssubstanz ist nicht entfernbar und mit bloßem Auge kaum wahrzunehmen, fluoresziert jedoch unter UV-Licht. Die Codierung ist in einer Sicherheitsdatenbank erfasst, auf die die Polizei jederzeit Zugriff hat. So können die von ihr sichergestellten markierten Gegenstände ihrem rechtmäßigen Eigentümer zugeordnet werden.

Was für den Betreiber allerdings nicht billig ist. Zudem kann nur behandeltes Diebesgut erkannt werden, wenn die Täter dingfest gemacht wurden.

Die brandenburgische Firma SUNfarming hatte den Solarpark vor knapp eineinhalb Jahren in Betrieb genommen, der 4,3 Megawatt Nennleistung produziert. Die Investition betrug rund 10 Millionen Euro.

"Wie bei allen Energieanlagen dieser Art sind auch geschlossener Zaun, Videoüberwachung und ein mobiler Sicherheitsdienst bitternötige Selbstverständlichkeit", schrieb die Volksstimme im Juli 2012.

Sachdienliche Hinweise unter der Rufnummer (03928) 466195, Revierkommissariat Schönebeck

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