Seit genau zwei Jahrzehnten führen die Calbenser Schützen eine lange Tradition der Saalestadt fort. Im Schützenhaus am Brotsack feierten sie ihr Jubiläum. Dabei wurden die Treffsichersten des Jahres für ihre Leistungen ausgezeichnet.

Calbe l Dass die Schützenbrüder und -schwestern am Sonnabendabend im Saal des Schützenhauses fröhlich feiern konnten, ist keine Selbstverständlichkeit. Vorsitzender Hans Liebscher warf in seiner Ansprache einen Blick zurück zu den Anfängen. Am 27. November 1993 fand auf Initiative von Heinz Recklebe und Helmut Löbert die Gründungsveranstaltung auf dem Wartenberg statt, wo ein Jahr später auch das erste Schützenfest veranstaltet wurde. Zum ersten Schießen fuhren die Calbenser zur alten Brauerei nach Schönebeck, später nach Zerbst. Schließlich erwarben sie das Gelände im Norden von Calbe, wo zu Zeiten des Eisenwerks das Saalewasser zur Kühlung der Öfen gepumpt wurde. Weit über 5000 Arbeitsstunden investierten die Schützen in das leer stehende Werksgebäude. "Ohne den langjährigen Vorsitzenden Holger Meinl hätten wir vieles nicht erreicht", sagte Hans Liebscher sichtlich bewegt. Von den Schützen der Partnerstadt Burgdorf bekamen sie eine Scheibenzuganlage gesponsert. Eine Freundschaft, die bis heute andauert. Erst Ende Oktober dieses Jahres fand das Vergleichsschießen zwischen beiden Vereinen statt, bei dem die Saalestadt mit 432 Punkten klar gegen Burgdorf (359 Punkte) gewann.

Auch Bürgermeister Dieter Tischmeyer gehörte zu den Gratulanten und lobte den Verein als eine "wahre Institution." Humoristin Josefine Lemke sorgte dafür, dass kein Auge trockenblieb.

Der "Schützenverein Calbe 1993" ist Mitglied im Landesschützenverband und mit derzeit 36 Mitgliedern gut aufgestellt. Einer der neu Hinzugekommenen ist der Calbenser Unternehmer Dirk Ginsberg. "Ich komme ursprünglich aus der Nähe von Pinneberg. Dort habe ich die Schützen nur als Verein alter griesgrämiger Männer in Erinnerung", sagt Ginsberg. "In Calbe findet sich das genaue Gegenteil." Seit zwei Jahren fühlt er sich in der rührigen Gemeinschaft wohl, sponserte die gesamte Pflasterung der Einfahrt. Von Hans Liebscher bekam er bei der Auswertung des diesjährigen Eichelschießens die silberne Eichel ans Revers geheftet. Geschossen wird am Brotsack mit allerlei Kurz- und Langwaffen bis zu einem Kaliber von neun Millimetern. Gern öffnen die Schützen die Türen ihres Vereinsgeländes, um Neugierigen einen Einblick in das traditionsreiche Hobby zu geben.

Für weitere Informationen: www.schützenvereincalbesaale.de

   

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