Schönebeck l Nach Badespaß sieht es momentan nicht im Schönebecker Freibad aus. Die Becken sind leer und ein kompletter Erdwall umringt das Spaßbecken. Hier ist gerade Heizungsbauer Stefan Crackau zu Gange. "Wir verlegen die neue Frischwasserleitung", sagt er.

Notwendig sind diese Arbeiten, weil es im vergangenen Sommer zu einem Badeunfall in dem kleinen Becken gekommen ist. Dabei wurde ein Kind durch eine Chlorgasblase verletzt. Die Konsequenz: Die Chlorgasanlage muss nun instandgesetzt und das Spaßbecken mit neuen Einströmdüsen sowie neuer Frischwasserleitung versehen werden - ohne diese Neuerung könnte das Freibad aus Sicherheitsgründen nicht öffnen.

"Die Arbeiten liegen im Zeitplan", teilt Frank Wedler vom zuständigen Sachgebiet Hochbau der Volksstimme auf Nachfrage mit. Soll heißen: Mit Beginn der Sommerferien wird die Schönebecker Freizeiteinrichtung öffnen. Wie jedes Jahr wird das Freibad ausschließlich in den Sommerferien für Wasserratten zur Verfügung stehen. Seit Ende Mai sind die Bauarbeiter vor Ort. Bis auf eine Firma, die den Becken einen neuen Anstrich geben wird, sind alle in der Region ansässig.

Frank Wedler als Vertreter der Stadt ist zuversichtlich. Bei der Bauberatung hat er sogar noch einen kleinen Hoffnungsschimmer zu verkünden. Denn mit den derzeitigen Bauarbeiten sind auch mögliche Reparaurarbeiten am großen Schwimmerbecken verbunden. Hier plagt die Stadt ein enormer Wasserverlust. Unklar war bisher, wohin die Unmengen des kühlen nass verschwinden. "Eventuell haben wir bereits das problem gefunden", berichtet Frank Wedler.
Schachtarbeiten

Eine Kamerabefahrung in dem unterirdischen Leitungssystem des großen Beckens habe ein leck ausfindig gemacht. Mit Schachtarbeiten soll dieses behoben werden. Fraglich ist nur, ob dieses Loch das Einzige ist. Das wird sich dann herausstellen. Doch in der verwaltung wären alle Beteiligten heilfroh, wenn es tatsächlich dieses eine Loch wäre, das für den enormenen Wasserverlust im großen Becken zuständig ist. Dann wären weitere Arbeiten nämlich nicht nötig und damit würden auch keine weiteren Kosten verursacht.
Sanierung kostet 175.000 Euro

Alles in Allem sind rund 175.000 Euro für die Sanierungsarbeiten am Spaßbecken und der Chlorgasanlage veranschlagt. Im städtischen Haushalt war diese Summe nicht vorgesehen, die Verwaltung wollte aufgrund der Kosten die Sanierung belassen. Der Stadtrat hatte schließlich für den Erhalt des Freibades gestimmt (Volksstimme berichtete). Das heißt, für die Sanierung des Freibades muss an anderer Stelle gespart werden. Laut Frank Wedler wird in den Bereichen Fremdvergabe Grünflächenunterhaltung, Städtebauplanung, Rasenrenovation von zwei Sportplätzen und Einbau von Strom und Wasserzählern Bierer Berg gespart. Wie hoch die Kürzungen im Einzelnen ausfallen, dazu "möchten wir keine Auskunft geben", sagt der Mitarbeiter des Sachgebietes Hochbau.