Barby l Das passiert auch nicht alle Tage: Extra für das Brückenfest wurde ein Lied geschrieben. Der Musiker Manfred Radtke aus Pömmelte und Frank Sieweck aus Barby hatten sich zusammen getan und das "Brückenlied" geschrieben. Uraufgeführt wird es beim Auftritt des Heimatfreunde-Männerchors am Sonnabend gegen 16 Uhr, dessen Mitglieder beide sind.

"Es war nicht so ganz einfach", gesteht Texter Frank Sieweck. "Es sollte kein trotziger Protestsong, aber auch kein butterweiches Lied werden." Das Grundgerüst für die Melodie hatte Manfred Radtke im Februar relativ schnell komponiert. Sieweck schrieb nach eigenem Bekunden auch die erste Strophe relativ zügig. "Stehst dort seit Jahren schon, am stolzen Elbe-Fluss (...) Kein Fernweh, Reisefieber ist stärker als Deine Mauern sind, ein festes Band, trotzt der großen Flut, dem Sturm und Wind." Doch dann passierte eine Weile nichts. Der Text ruhte, war aber im Mai schließlich fertig. Sein Refrain steht auf dem Brückenfest-Programm und darf mitgesungen werden. Was dem Publikum beim ersten Hören allerdings nicht leicht fallen dürfte, da Radtkes Komposition eben nicht "butterweich" ist. Der Musiklehrer produzierte in seinem Studio das Lied auf 16 Tonspuren (Instrumente wie Schlagzeug, Streicher, Gitarren, Saxofon ...), das fortan "karaokemäßig" bei Liveauftritten gesungen werden kann.

Bemerkenswert ist auch die Ausstellung im "Prinzeßchen". Hier werden mehrere Dutzend "Daumen hoch ..." Fotos gezeigt, die im letzten halben Jahr bei der Stadtverwaltung eingingen.

Sie wurden in Collageform auf zwei Lattengerüsten zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Beteiligt hatten sich Einzelpersonen, Barby-Besucher, Interessengruppen, Festgesellschaften oder die freiwillige Feuerwehr. Drei der auf Leinwand gedruckten Fotos werden prämiert. Dieses Engagement dient nicht dem Selbstzweck, sondern bringt zum Ausdruck: Wir sind für den Erhalt der Barbyer Elbbrücke.

Der Erhalt des Denkmals ist gefährdet

Zur Erinnerung: Die Arbeitsgemeinschaft gleichen Namens bringt sich für das Technische Denkmal ein, dessen Erhalt gefährdet ist. Nachdem seit Ende 2004 kein Zug mehr darüber rollt, droht die Verschrottung. Anfragen zur Zukunft beim neuen Eigen-tümer blieben unbeantwor- tet.

Wie sehr sich die Barbyer mit dem kunstvollen Industriebauwerk identifizieren, bewies im vergangenen Jahr eine Unterschriftensammlung. Dabei kamen 3500 handschriftliche und 1207 Online-Unterschriften zusammen, die dem Petitionsausschuss des Landtages übergeben wurden.

Heute hat die Brücke Tourismusfunktion. Am vergangenen Sonntag wurde sie von mehreren hundert (!) Menschen überquert, ein Großteil davon waren Radtouristen.

Der beliebteste deutsche Fernradweg verläuft auf ostelbischer Seite, viele Radler nutzen von dort den Saaleradweg.

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