Brumby l Wenn Besucher die Brumbyer Petrikirche betreten, zieht es ihre Blick wie von selbst nach oben. Das Gotteshaus ist reich ausgestattet mit Malereien aus dem 17. Jahrhundert. Bilder mit biblischen Motiven zieren Doppelemporen, Herrensitze und die Decke.

Die Ausstattung der Kirche ist in den Jahren 1664 bis 1667 entstanden, auch Altar und Kanzel wurden erneuert. Alles, nachdem St. Petri im gerade zu Ende gegangenen 30 Jährigen Krieg (1648) schwere Verwüstungen über sich ergehen lasen musste, als Lager und Pferdestall diente. Mit der kompletten Neueinrichtung der Kirche, so Pfarrer i.R. Gottfried Eggebrecht, hätten die Menschen damals aber nicht nur zweigen wollen, was sie - auch finanziell - zu leisten im Stande sind. "Wichtiger ist vielleicht noch, dass man die Kirche als den zentralen Versammlungsort im Dorf wieder zu etwas Besonderem machen wollte. Die Brumbyer dankten Gott so auch für den endlich wiedererlangten Frieden", sagt der Geistliche.

350 Jahre später bringt die kleine Gemeinde alle vorhandenen Kräfte auf, um diesen Schatz, "Ausdruck des Reichtums aber auch der Frömmigkeit der Brumbyer", wie es Gottfried Eggebrecht sagt, zu retten. Nachdem seit 2011 bereits die 23 Emporenbilder restauriert worden sind, sollen jetzt 83 Gemälde der Kassettendecke folgen, neun sind auch hier bereits fertig. Ein Mammutprojekt, das viel Geld kostet und viel bürokratischen Aufwand von der Gemeindeleitung einfordert. Pfarrer Gottfried Eggebrecht sagt, dass für die gesamten Arbeiten - Emporen und Decke - 240 000 Euro veranschlagt worden sind. Doch der Seelsorger im Ruhestand ist zuversichtlich, dass das Vorhaben gelingt. "Ich möchte noch erleben, dass ich die Kirche fertig saniert sehe." Der Plan ist, mit den Bildern über der Orgel zu beginnen und sich dann schrittweise nach vorn in Richtung Altar vorzuarbeiten. Ganz am Ende, in einem nächsten Bauabschnitt, sollen auch Orgel, Altar und Kanzel erneuert werden.

Nicht nur der Bauablauf ist klar, auch ein Finanzierungsplan steht. Dabei hoffen die Brumbyer Christen auf verschiedene Fördertöpfe. Für die Restaurierung der Decke hat die Gemeinde bereits Geld gesammelt und Rücklagen gebildet. Pfarrer Gottfried Eggebrecht hofft, dass alles über Mittel aus dem Leader-Programm, einem EU-Fördertopf für den ländlichen Raum, bezuschusst werden kann. "Wenn wir ein Teil des Programms werden, können wir aus einem Euro zwei machen."

Die Entschlossenheit des Seelsorgers kommt nicht von ungefähr. Er weiß um die Bedingung Eigenanteile aufbringen zu müssen, aber die seien bereits zu großen Teilen vorhanden. "Es gab viele kleine Spenden, die zusammengenommen auch zu größeren Beträgen wurden. Wir freuen uns über die Unterstützung der Erdgas Mittelsachsen oder der Agrargenossenschaft mit jeweils 5000 Euro. Das alles hilft uns sehr", so Gottfried Eggebrecht. Dennoch ist in Brumby zunächst Warten angesagt. Denn noch stehen die Förderkriterien für die Neuauflage des EU-Programms nicht fest. Ist es soweit, muss das Projekt beschrieben, finanziell untersetzt werden und über die Bezuschussung entscheidet letztendlich eine Lenkungsgruppe, besetzt mit Vertretern aus der Region. Die Brumbyer haben aber auch Alternativen, wenn es mit Leader nicht ganz klappt. Gottfried Eggebrecht sagt, dass man Kontakt zu verschiedenen Stiftungen wie zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz, oder zur Sparkasse aufgenommen habe.

Begleitet wird die Restaurierung wie auch schon bei den Emporen durch das Landesamt für Denkmalpflege in Halle und durch den Kirchenkreis Egeln. Die Gemeinde muss allerdings die Arbeiten selbst allerdings begrenzt ausschreiben, was mit viel Aufwand und der Aneignung von Fachwissen verbunden ist.

Die Brumbyer Kirche ist als Autobahnkirche für neugirg gewordene Besucher jeden Tag geöffnet.