"An Elbe und Saale" lautet der Titel einer neuen Sonderschau im Breitenhagener Museumsschiff "Marie-Gerda". Die Keramikerin Bärbel Feldbach und der Maler Hans Both haben zu diesem Thema Werke ausgesucht.

Breitenhagen. "Anlässlich dieser Ausstellung habe ich mich intensiver mit Breitenhagen beschäftigt", gesteht der Calbenser Maler Hans Both. Er war zwar schon mehrfach in dem Elbedorf, habe es aber noch nicht künstlerisch erfasst.

So entstanden zwei Lithografien, die den wohl historischsten Fleck des Dorfes zeigen: den Kirchhof. Zu sehen ist die Kirche mit ihrem Rundbogenportal aus unterschiedlichen Perspektiven. "Es ist aber bestimmt nicht das letzte Mal gewesen, dass ich hier malen werde", kündigte Hans Both an.

Seine vielen Lithografien und wenigen Aquarelle korrespondieren mühelos mit dem Ausstellungstitel. Die Fähre Rosenburg, alte Eichen, Flussarme, Auenblicke und ein paar Blumenbilder. Sie zeigen, wie verbunden der gebürtige Ostpreuße mit seiner Wahlheimat ist.

Würde er auch die Soldatengräber nahe Breitenhagen malen, die direkt am Elbufer liegen? "Nein, bestimmt nicht", sagt Both kategorisch. Zuviel habe er selbst als Kind unter dem Krieg gelitten und einiges Leid gesehen.

"...was will uns die Künstlerin damit sagen?"

Bärbel Feldbach hat es mit ihren Keramikarbeiten etwas schwerer, sich dem Thema "An Elbe und Saale" zu nähern. Gut gelingt es der Zenserin aber mit ihren Baumelfen.

Bei einer Ausstellung in der Rosenburg sagte es Dr. Karin Pöhler in ihrer Laudatio vor zwei Jahren so: "Witzige, sich räkelnde, ein bisschen freche Elfen liegen, hocken, sitzen nach dem Willen von Bärbel Feldbach auf Steinen oder hängen in den Bäumen. Die Künstlerin sagt uns augenzwinkernd, dass man diese Geschöpfe normalerweise nicht sehen kann, sondern nur spüren."

Aber auch andere Stücke werden das Publikum durch ihren spielerischen Charme interessieren. So beispielsweise "Elfentürme", die ihrem Namen Ehre machen, stellt man gleich mehrere davon in des Gartens Dunkelheit. Mit Teelichten bestückt verzaubern sie den Betrachter garantiert. Noch schelmischer ist ein Teller, der in zwei Hälften geteilt ist. "Wieso dass? Eine Panne bei der Herstellung? Und wenn nicht, was will uns die Künstlerin damit sagen?", so die Frage eines Ausstellungsbesuchers. Bärbel Feldbach verzichtet spitzbübisch lächelnd auf eine hochfliegende Verklausulierung: "Der ist für Leute, die kein großes Stück Torte, sondern nur die Hälfte essen wollen." Anders ist es bei Tellern mit fein geschwungenen Fisch-Motiven, die natürlich gut zur Elbe passen.

Zu den Vernissage-Gästen zählte auch der Calbenser Otto Plönnies, der vor Jahren auf der "Marie-Gerda" selbst seine Kupfertreibarbeiten zeigte. Beim Anblick eines fertigen Litho-Steins, den Hans Both zu Demonstration hingestellt hatte, erinnerte sich Plönnies an seine Zeit als Klausbräu-Direktor in Schönebeck. "Der ganze Fußboden, auf dem die Gerste gewendet wurde, bestand aus Solnhofener Schiefer. Der hätte für hundert Künstler gereicht", blutet ihm noch heute das Herz. Die Brauerei wurde Mitte der 90er Jahre abgerissen.

Aus dem gleichen Material bestehen auch Hans Boths Litho-Steine, die aus Sparsamkeitsgründen nach dem Druck immer wieder um 0,3 Millimeter abgeschliffen werden.

So kann es gehen, wenn zwei Männer in der Betrachtung von Kunst Erfahrungen austauschen. Sie kommen vom fein bedruckten Blatt Papier zum profanen Bier.

 

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