Dass ein Museum nicht nur Erwachsene fesseln kann, hat die Kindermuseumsnacht am vergangenen Sonnabend wieder einmal gezeigt. Rund 350 kleine und große Besucher tummelten sich in und vor dem Salzlandmuseum in Bad Salzelmen. Das Angebot reichte von Puppentheater, über Akrobatik bis hin zur selbstgemachten Wachshand.

Bad Salzelmen. Hoffentlich ist Leas Mama nicht schreckhaft. Die Achtjährige heckt nämlich einen kleinen Streich aus - mit der blauen Wachshand, die sie gerade selbstgemacht hat. "Ich verstecke sie in meinem Ärmel und sage Mama, sie soll mir mal die Hand schütteln. Und dann zieht sie die falsche Hand ab und erschreckt sich", erklärt Lea kichernd ihren kessen Plan.

Die selbstgemachten Wachshände waren der Renner bei der Kindermuseumsnacht, die der Förderverein des Salzlandmuseums bereits zum vierten Mal veranstaltete. "Vielleicht, weil sie ein bisschen gruselig sind", mutmaßte Vereinspressesprecherin Cornelia Ribbentrop.

Aber auch das restliche Angebot auf dem Museumsgelände kam bei den Kleinen super an: Sie konnten Windlichter basteln, Stockbrot backen, Klappkarten gestalten und sich aus Thymian, Oregano, Basilikum und Co. ihr eigenes Kräuteröl für zu Hause zusammenmischen.

Lea flitzte von einem Stand zum nächsten. Nur einmal musste sie auf ihrer kleinen Entdeckertour eine Pause einlegen. Da hatte die Achtjährige nämlich einen Auftritt mit der Akrobatikgruppe des SSC. Auch ein Theaterstück der Grundschule "Am Lerchenfeld" stand auf dem Programm: Sie führte "Hase und Igel" auf. Und beim Puppentheater "Trullala" vom "Treff" konnten die kleinen Besucher mitfiebern, als der freche Teufel die Pfannkuchen der Großmutter mopste - ausgerechnet an ihrem Geburtstag.

Dass die Kindermuseumsnacht in diesem Jahr überhaupt stattfinden konnte, stand wegen der Umbauarbeiten zunächst auf der Kippe. "Im vergangenen Jahr war es drinnen und draußen rammelvoll", erklärt Sven Schumann, Vorsitzender des Fördervereins. "Da etwa ein Drittel der Räume im Moment nicht genutzt werden kann, hatten wir die Befürchtung, dass der Ansturm zu groß wird." Doch die Organisatoren entschieden sich, einfach den Dachboden mitzunutzen.

Für den Förderverein war die Museumsnacht Teil eines schlafarmen Wochenend-Marathons. "Freitag hatten wir vereinsinternes Sommerfest für Mitglieder und Helfer", erklärte Schumann. "Um 2.30 Uhr waren wir im Bett, knapp sieben Stunden später ging der Aufbau für die Museumsnacht los. Und nach dem Abbau heute Nacht geht es 8 Uhr los nach Plötzkau zum Tag des offenen Denkmals." Doch das Schlafdefizit lohne sich, erzählte er weiter, als er um sich blickte: "Wir wollen, dass die Kinder Spaß haben."

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