In Biere soll ab kommendem Frühjahr die Friedenstraße ausgebaut werden. Etwas über 700 000 Euro soll das Bauvorhaben kosten. Die Anwohner werden entsprechend der gültigen Straßenausbausatzung beteiligt.

Biere l Seit 2004 plant die Verwaltung den Ausbau der Friedenstraße. Jahrelang hat die Umsetzung der Bauarbeiten nicht geklappt. 2012 sollen die Bagger anrollen und die marode Straße endlich grundhaft erneuern.

Die Verwaltung bat in dieser Woche die Anwohner zur obligatorischen Anwohnerversammlung. Denn einen großen Teil der Baukosten müssen die Anwohner an das Rathaus überweisen. Die Bierer Satzung sei in dieser Frage recht streng, sagt Bauamtsleiter Georg Skorsetz. Auf 19 Euro pro Quadratmeter beitragsfähiger Fläche der anliegenden Grundstücke summieren sich die Kosten für die Anwohner, erklärte er. Dabei wird in Biere nicht nur die anliegende private Fläche berechnet. Mit einbezogen in die Berechnung wird die Geschossfläche. Je mehr Vollgeschosse ein Haus an der Straße besitzt, desto teurer wird die Straße für die Eigentümer.

Hintergrund der Regelung ist die Nutzung, erklärt der Bauchef. Denn angenommen wird bei der Regelung, dass in einem großen Haus mehr Menschen wohnen, die die Straße natürlich intensiver nutzen, klärt er auf.

Er hat den klassischen Fall für die Anwohner der Friedenstraße durchgerechnet. Ein Anlieger mit einer Grundstücksgröße von rund 500 Quadratmetern und einem eingeschossigen Haus müsste demnach mit einem Kostenbescheid über rund 2500 Euro rechnen. Das sei noch im Rahmen des Erträglichen, schätzt der Bauamtsleiter ein.

Rund 60 Anlieger der Friedenstraße waren zu der Informationsveranstaltung gekommen. "Die Resonanz war sehr gut und die Bürger zeigten sich sehr interessiert", schätzte Georg Skorsetz ein. Auf rund 650 Meter soll die Friedenstraße grundhaft ausgebaut werden. Die Gemeinde stellt dafür maximal 720 000 Euro zur Verfügung. Die Ausschreibung für das Bauvorhaben ist bereits erfolgt. Der Bauvertrag soll noch vor dem Jahreswechsel unterzeichnet werden, kündigte der Bauamtsleiter an. Im Juli soll das Bauvorhaben dann abgeschlossen sein, sieht die Planung vor.

Vor dem eigentlichen Straßenbau geht es zunächst einmal in den Boden. So soll die Straße einen Regenwasserkanal erhalten. Auch dieses Bauwerk ist für die Bürger umlagefähig. Das Kleinpflaster auf der Straße soll durch Asphalt später ersetzt werden. Gehwege auf beiden Seiten und Grünstreifen rund das neue Straßenbild dann ab.

Während die Anlieger bisweilen tief in die Tasche für den Ausbau greifen müssen, kann sich die Gemeinde selbst auf einen Zuschuss freuen. Der Eigenanteil der Gemeinde soll mit rund 80 Prozent gefördert werden, sagte Georg Skorsetz. Bei der Fahrbahn trägt die Gemeinde allerdings 80 Prozent der Baukosten. Hier fallen nur die verbliebenen 20 Prozent auf die Anlieger. Bei den Nebenanlagen, wie Gehwegen und Begrünung verschiebt sich der Anteil allerdings zu Ungunsten der Anlieger. 55 Prozent der Kosten müssen die Anwohner hier berappen. In anderen Ortschaften hatten die damaligen Gemeinderäte das Modell der wiederkehrenden Beiträge gewählt. Hier zahlen alle Grundeigentümer regelmäßig ihren Anteil an den Ausbaukosten. Dabei spielt es keine Rolle welche Straße im Ort ausgebaut wird.