Die Chöre des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums gestalteten am Donnerstag und Freitag zwei Weihnachtskonzerte in St. Jakobi. Beim zweiten nahmen die Kabarettisten Sebastian und Tobias Hengstmann offiziell ihre Schulpatenschaft an.

Schönebeck. l Der Abend erfülle alle Ansprüche an ein echtes Geschenk - Dr. Ulrich Johannes Plaga, Schulleiter des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums in Schönebeck, war die weihnachtliche Freude richtig anzumerken. Wieder hatten 130 Mädchen und Jungen der Schule in Chören und als Solisten ein gut zweistündiges Programm zusammengestellt und zur Aufführung gebracht. Gleichzeitig bot das Weihnachtssingen am Freitag den feierlichen Rahmen für die Besiegelung einer Partnerschaft: Die Kabarettisten Sebastian und Tobias Hengstmann sind nun Paten des Landesprojektes "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Die Bildungseinrichtung trägt seit Juli 2008 den besonderen Titel, die Kinder und Jugendlichen verpflichten sich in besonderer Weise zu einem verständnisvollen Miteinander und zeigen das auch nach außen. Es gibt Aktionen im Gymnasium, eine Projektgruppe organisiert und begleitet alles unter der Ägide von Lehrerin Ulrike Prill. Erst am Freitagmorgen, so konnte der Schulleiter berichten, hatte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt den "Hermanns" für ein weiteres Jahr den Titel anerkannt. Dass man mit den Kabarettisten Sebastian und Tobias Hengstmann Partner gefunden habe sei um so erfreulicher.

Zum Weihnachtskonzert passe die offizielle Bekanntgabe der Patenschaft besonders, so Dr. Plaga, weil das Fest die Geburt des Kindes Jesus Christus verkünde, der ein "neues und besonderes Friedensprogramm in die Welt gebracht" habe. "Die Liebe wird zum Leitmotiv des Lebens, Anderen und Andersdenken wird Toleranz entgegengebracht", so der Schulleiter. Diese Botschaft müsse im Weihnachtskonzert präsent sein. "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, will zum friedvollen und toleranten Umgang miteinander anregen, zum solidarischen Umgang mit Mitschülern, Mitbürgern, im Sportverein und anderen Gruppen", sagte Dr. Plaga.

Diese Gedanken können Sebastian und Tobias Hengstmann uneingeschränkt mittragen. "Wir haben keine Sekunde gezögert, als die Anfrage aus Schönebeck kam", sagte Tobias Hengstmann. Sein älterer Bruder Sebastian betonte vor allem, dass das Wirken in er Schule über das Haus in die Stadt und Umgebung, in die Gesellschaft ausstrahlen müsse.

Die vom Schulleiter angesprochene Geburt Jesu Christi, die Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung, findet in der Kunst, in der Musik vielfältig Widerhall. Einen facettenreichen Eindruck vermittelten die Chöre und Solisten mit ihrem Programm. Das hatte anspruchsvolle mehrstimmige Chormusik ebenso zum Inhalt wie Gospels, Liedsätze oder Solonummern.

Diese Vielfalt machte deutlich, dass die Musik an diesem Abend mehr war, als nur schönes "Geschenkpapier". Seit Beginn des Schuljahres haben die Kinder und Jugendlichen in ihren Stimmen jeweils wöchentlich unter der Anleitung von Sixta Thiere und Birgit Ihlo geprobt. Im Oktober gab es für alle ein intensives Probenwochenende in Naumburg. "Diese Tage sind wichtig für die intensive Probenarbeit und fördern die Gemeinschaft in den Gruppen", sagte Sixta Thiere am Rande eines Konzertes.

Herausforderung für sie und ihre Kollegin Birgit Ihlo ist, die immer wechselnde Besetzung zu einem echten Klangkörper zu formen. Neue Fünftklässler kamen im August dazu, 23 Abiturienten haben die Schule verlassen. "Wir wollen das vielseitige Repertoire dabei pflegen aber auch neue Dinge einstudieren, um so unseren Zuhörern gerecht zu werden", sagt Birgit Ihlo.

Den Sängerinnen und Sängern gefalle das umfangreiche Programm von der Klassik bis zum Jazz. Ebenso den Zuhörern. Die Konzertbesucher erlebten stimmungsvoll gesetzte Weihnachtslieder, a-capella oder mit Begleitung gesungen. Eindrucksvoll ist, dass die Chöre mindestens zwei- oft noch mehrstimmig singen. Leuchtende Sopran schwingen dabei über tragen Alt-, Tenor- und Bassstimmen.

Der Kinderchor wird in diesen Tage mit Birgit Ihlo noch im Klinikum singen, Sixta Thiere geht mit dem gemischten Chor in die Salzelmer Klinik - bereits zum 40. Mal - und setzt damit eine Tradition der ehemaligen EOS und des einstigen Tolberg-Gymnasiums fort.

Bilder