Die dritten Berufsfindungsterminals im Salzlandkreis wurden jetzt in der Barbyer Jakob-Friedrich-Fries-Sekundarschule in Betrieb genommen. Hier können sich die Schüler frühzeitig über Berufsbilder orientieren.

Barby l Sobald der Nachwuchs einen Bildschirm vor der Nase hat, wirkt die "Faszination Computer". So brauchten sich die Damen und Herren vom Landkreis, Jobcenter und SBS-Bildungsprojekte über Mangel an Interesse nicht zu beklagen. Berührungsängste gibt es nicht, wenn irgendwo Computer flimmern.

So war der 14-jährige Kevin Vogt sofort dabei, sich über seinen Lieblingsberufswunsch zu informieren: "Wenn es klappt, möchte ich Berufsfeuerwehrmann werden." Auch sein gleichaltriger Mitschüler Michel Heyn, der Altenpfleger (!) werden möchte, berührte mit dem Touchpen den Touchscreen ... Soll heißen: Mit einem Eingabestift werden die Ordner auf dem Berührungsbildschirm geöffnet und geschlossen. Damit entfällt bei den Barbyer Schulterminals die Tastatur.

Anke Meyer, Leiterin der Koordinierungsstelle für Regionales Übergangsmanagement im Salzlandkreis, sah das jugendliche Interesse mit Freude: "Die Schüler sollten sich frühzeitig mit der Berufsorientierung beschäftigen. Da wissen sie, was auf sie zu kommt." So rangiere Friseurin bei Mädchen der Sekundarschule auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Doch wenn die Schülerinnen sehen, was in Friseursalons verdient werde, seien sie erstmal ernüchtert.

Verschiedene Institutionen des Landkreises wirkten bei diesem Projekt zusammen, um den Jugendlichen bei der Orientierung behilflich zu sein.

Nur bestimmte Seiten offen

Die Computerterminals, die nun in der Friesschule, in Calbes Herder- und Schönebecks Gorkischule stehen, lassen das Öffnen von vorgegebenen Seiten aus dem Internet zu. Ein sinnloses Surfen im weltweiten Netz wird damit verhindert. An den Rechnern erfahren die Mädchen und Jungen freie Stellen für Praktika und Ausbildungsplätze.

Als Beispiel sei die Seite "jumpers net" des Salzlandkreises genannt, die übersichtlich ist und sich durch einfache Bedienbarkeit auszeichnet. Als erstes wählt der Schüler seine Region aus, dann die Branche. Gibt er "Handwerk" ein, erhält er knapp zwei Dutzend Treffer, vom Augenoptiker über Kraftfahrzeugmechatroniker bis hin zum Tischler. Auf jeweiligen Unterordnern werden die Bedingungen, das Berufsbild und der Ansprechpartner erklärt.

Wer sich auf diese Weise mit dem Thema beschäftigt, wird sehr viel zielsicherer seine Bewerbung abgeben.

Die Terminals wurden von Mitarbeitern der SBS-Bildungsprojekte GmbH in Calbe konzipiert und gebaut. Dazu verwendeten die Mitarbeiter des Bildungsträgers gebrauchte Computer, die speziell für diesen Einsatz fit gemacht wurden. Geschäftsführer Gerd Engelmann lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, das einen wesentlichen Anteil an der Finanzierung hat.

Das Projekt hilft beiden Seiten: den Schülern bei der Berufsorientierung und den Teilnehmern in den Arbeitsgelegenheiten.

"Die Qualifizierungsstunden während der Beschäftigungsmaßnahme führen zur Wissenserweiterung und Erhöhung der Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ebenso erlangen die Teilnehmer viel neues Wissen durch ihre Tätigkeit beim Bau der Terminals in den Sekundarschulen", sagte Sven Hause vom Jobcenter mit Blick auf die Teilnehmer der SBS-Bildungsprojekte-Maßnahme.