Blaulicht, Rückstau, Maschinenschaden und jede Menge Ärger: Gestern blieb ein Sattelschlepper mit einer Maschine des größten Industriebetriebes der Rolandstadt an der Brücke der stillgelegten Eisenbahnlinie hängen.

Von Andreas Pinkert

Calbe/Brumby l Vier Meter zeigt das Hinweisschild an der stählernen Höhenkontrolle unmittelbar vor dem Brückenbauwerk an. Vier Meter waren gestern allerdings nicht genug für einen dänischen XXL-Schwerlasttransport.

Beladen war der Achtachser mit einer massigen Vorzerkleinerungsmaschine des Typs "Mammut" der Doppstadt Calbe GmbH. Sein Weg sollte auf die Autobahn 14 führen, an der Höhenbegrenzung vor dem Brückenbauwerk war dann Schluss. Der Sattelschlepper blieb regelrecht stecken. "Das sind niemals vier Meter, dass muss doch mal jemand nachmessen", ereiferte sich der Fahrer, der nicht genannt werden möchte. Auf Volksstimme-Nachfrage gab es seitens der Doppstadt GmbH Calbe noch keine Auskunft über den entstandenen Schaden.

Brücke soll im ersten Quartal 2012 endlich verschwinden

Schon lange gilt die Eisenbahnbrücke bei den großen Industriebetrieben der Rolandstadt als "Nadelöhr" für den Schwerlastverkehr und ist vielen ein Dorn im Auge. Seit Jahren wird der Abriss gefordert, zumal seit Jahrzehnten kein Zug mehr über die Gleise rollt.

Aufatmen ist nach der jüngsten Stadtratssitzung möglich. Dabei verkündete Bauamtsleiter Volker Ludwig die frohe Nachricht, dass die Brücke und der damit verbundene Ärger bald der Vergangenheit angehören wird.

Der Landesbetrieb Bau, Niederlassung Mitte, habe in einem Schreiben mitgeteilt, dass der Abbruch der Brücke bereits im ersten Quartal 2012 erfolgen soll. Die Bauzeit werde unter Vollsperrung der Landesstraße 63 etwa vier Wochen dauern, teilte Ludwig weiter mit. Dann werden Kraftfahrer wieder eine Umleitung über Neugattersleben und Nienburg nehmen müssen.

Im Zuge der Sanierung der Landesstraße soll in der Breite zudem ein Radweg berücksichtigt werden. In allen anderen Baumaßnahmen, wie der Teilortsumgehung Süd oder dem Bahnhaltepunkt Calbe Stadt, könne aufgrund begrenzter finanzieller Mittel ein verbindlicher Realisierungstermin noch nicht benannt werden, habe nach Aussagen Ludwigs das Verkehrsministerium mitgeteilt.