Experten haben aufgezeigt: Es gibt zu wenig Fußgänger und Fahrzeuge, um eine Wiederinbetriebnahme der Welslebener Ampel zu rechtfertigen. Johann Hauser fordert nun, dort wenigstens die Geschwindigkeit zu kontrollieren.

Von Andreas Pinkert

Welsleben l Die Fußgängerampel an der B 246a ist kürzlich abgebaut worden (Volksstimme berichtete). Grundlage für die in Welsleben umstrittene Maßnahme ist eine von der Einheitsgemeinde Bördeland für rund 2 500 Euro in Auftrag gegebene Verkehrsuntersuchung. Damit sollte durch eine Magdeburger Ingenieurgesellschaft geprüft werden, ob sich nach Bau und Eröffnung eines Netto-Einkaufsmarktes in unmittelbarer Nähe der Querungsbedarf von Fußgängern an diesem vierarmigen Knotenpunkt erhöht.

86 Fußgänger in drei Stunden sind für eine Ampel zu wenig

In einer Kurzzeitzählung an einem Donnerstagnachmittag im September (zwischen 14.30 und 17.30 Uhr) wurde der Fußgänger- und Fahrzeugverkehr an dieser Stelle geprüft. In drei Stunden wurden laut Studie 86 Fußgänger registriert.

Das Ergebnis der Studie, "dass am Knotenpunkt selbst bei erhöhtem Verkehrsaufkommen unsignalisiert keine Leistungsfähigkeitsprobleme auftreten", vermeldete Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich selbst bei der Sitzung des Umwelt-, Planungs-, Verkehrs- und Wirtschaftsausschuss des Salzlandkreises in Bernburg Mitte November.

Zudem sei der Knotenpunkt in der Vergangenheit hinsichtlich der Sicherheit nicht auffällig gewesen, heißt es in der Studie weiter. Er sei damit kein Unfallschwerpunkt.

Ein Ergebnis nach jahrelangem Engagement für eine erneute Inbetriebnahme, das nicht nur Ortsbürgermeister Steffen Kaden auf die Palme bringt sondern auch den Kreistagsabgeordneten Johann Hauser (FDP). Der Politiker hatte sich lange und energisch für eine Wiederinbetriebnahme der Ampel eingesetzt, organisierte Vor-Ort-Termine mit Zuständigen des Landkreises und brachte das Thema selbst im Magdeburger Landtag auf die Agenda.

Warum zahlte Gemeinde und nicht Landkreis die Studie?

"Der ganze Einsatz für die Welslebener Ampel war für Katz", sagt Hauser kopfschüttelnd auf Nachfrage. Ihn ärgert vor allem die Tatsache, dass nicht der Landkreis die Studie zahlte, sondern es die Einheitsgemeinde übernahm. Kritik an Gemeindeoberhaupt Bernd Nimmich schwingt dabei mit.

"Das Kind liegt jetzt im Brunnen", sagt Hauser, der das Ergebnis der Studie anerkennt. Doch die Untersuchung habe ebenfalls aufgezeigt, dass viele Kraftfahrer im Bereich der Lindenstraße zu schnell unterwegs und Geschwindigkeitskontrollen der Polizei nötig seien. "Und das nicht irgendwo im Ort, sondern direkt mit Blick auf den Kreuzungsbereich", fordert Hauser.

Zudem wird laut Studie die deutlichere Kenntlichmachung der Fußgängerquerung für Kraftfahrer empfohlen. "Das wäre zumindest ein kleiner Lichtblick", sagt Hauser.