Der Kreuzungsbereich Hospitalstraße/Große Mühlenbreite ist besonders für alte, geh- oder sehbehinderte Menschen gefährlich. Doch an eine bauliche "Entschärfung" ist derzeit nicht zu denken.

Calbe l "Sie müssen sich hier mal eine Weile hinstellen und beobachten, wie schwer es für manche Leute ist, die Straße zu überqueren", sagt Christel Pildner. Sie ist Leiterin der Regionalgruppe des Blinden- und Sehschwachenverbandes im Salzlandkreis und wohnt selbst in der Nähe.

Weil sich auf der südlichen Straßenseite ein Supermarkt befindet, ist hier viel Verkehr. Hauptsächlich Anwohner der Großen Mühlenbreite müssen über die Straße, wenn sie einkaufen oder zum Friedhof wollen.

Der Kreuzungsbereich in seiner jetzigen Form erinnert daran, dass er in keiner Sternstunde der Verkehrsplaner entstand. Die Einmündungsradien sind autofahrerfreundlich, aber fußgängerfeindlich.

"An dieser Stelle gab es vor ein paar Jahren mal einen Zebrastreifen, aber der ist weg", weist Christel Pildner auf die graue Betonfahrbahn.

Hinzu kommt eine Bushaltestelle. Beim gestrigen Vorortermin bekräftigt auch Busfahrer Axel Haberland die Sichtweise von Christel Pildner. "Es kommt ja noch hinzu, dass einige Autofahrer sich nicht an die 30er Geschwindigkeitsbegrenzung halten", sagt er. Die kämen mit Schwung aus Richtung Tankstelle und bremsten oft erst hinter der Kreuzung ab.

Die Regionalverbandsvorsitzende wurmt aber noch eine andere Sache: "2009 bekam Calbe eine Preis als barrierefreundliche Stadt. Dass kann doch wohl für die Hospitalstraße nicht zutreffen."

Bürgermeister Dieter Tischmeyer bestätigt das. Auch, dass die Kreuzung seit Jahren umgebaut werden soll. "Da stehen Bundes- und Landesfördermittel für Abschnitte in Jahresscheiben zur Verfügung", so der Stadtchef. "Wir können aber die Co-Finanzierung nicht aufbringen", fügt er hinzu.

Christel Pildner tröstet das wenig. Sie hat aber einen Vorschlag, der nicht so teuer sein dürfte: "Ist es denn so schwer, hier wieder einen Fußgängerüberweg einzurichten?! Die Hospitalstraße vom Friedensplatz bis zur Shell-Tankstelle ist in Baulastträgerschaft der Stadt.

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