Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) sieht sich auf Kurs mit dem Calbenser Krankenhaus. Die Organisation setze die Bedingungen, die beim Kauf von der Stadt Calbe ausgehandelt wurden, um, sagte Geschäftsführer Wolfgang Schuth.

Calbe l Regelmäßig lässt sich der Calbenser Stadtrat über die Entwicklung des Krankenhauses informieren. Vor dem Jahreswechsel hatte Wolfgang Schuth die Gelegenheit, den Volksvertretern zu erklären, wie sich das Krankenhaus in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt entwickeln soll.

Zugesagt habe die Awo beim Kauf vor zwei Jahren, dass weiter in die Medizintechnik und Ausrüstung des Hauses investiert werde, erklärte er. Rund 100 000 Euro sei in die Erneuerung der Telefonanlage geflossen. Daneben habe das Haus in die technische Ausrüstung investiert. Zum Jahresende hätten Mediziner und Pflegepersonal mehr als 3000 Patienten behandelt, sagte er weiter. Das seien rund 200 Fälle mehr als noch im vergangenen Jahr. Dabei unterstrich er die gute Zusammenarbeit mit den Kliniken in Magdeburg und im Salzlandkreis. Es bleibe aber abzuwarten, an welchen Bieter der Landkreis die Salzlandkliniken verkaufe, sagte er vorsichtig. Die Awo habe sich auch um die Kliniken bemüht, allerdings mit den besten Bietern nicht mithalten können, bedauerte der Geschäftsführer. Dennoch hoffe er auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Träger.

Als positiv bewertete Schuth, dass es in den kommenden Jahren weiter eine Rettungswache in Calbe geben werde. Das Krankenhaus habe einen neuen Mietvertrag für diese für eine Dauer von zehn Jahren geschlossen, betonte er. Es sei für die Bürger gut zu wissen, dass der Rettungsdienst in der Stadt vertreten und damit schnell bei den Bürgern sei.

Baulich soll sich 2012 einiges verändern auf dem Gelände, kündigte er an. So soll das Klinikgelände in absehbarer Zeit autofreie Zone werden. Die Klinik will dazu einen großen Parkplatz bauen. Allerdings stehe hier noch die Überprüfung des notwendigen Schallschutzes an. Daneben gebe es weitere Planungen zu baulichen Veränderungen auf dem Gelände. Eine alte Villa sei bautechnisch nicht unter finanziell tragbaren Gesichtspunkten zu erneuern. Das Gebäude soll mit Zustimmung des Denkmalschutzes abgerissen werden. Andere Lösungen seien geprüft und aus Kostengründen verworfen worden. Daneben will die Klinikleitung ein neues Gebäude errichten. Die Planungen für den Neubau hängen bereits in der Klinik aus, so dass sich Patienten und Personal an der Debatte über den Neubau beteiligen könnten, sagte Schuth weiter.

Mit der Erweiterung der Klinik gehe außerdem ein ständiger Aufbau des Personalstamms einher. Zurzeit seien 127 Mitarbeiter im Krankenhaus beschäftigt. Darunter befinden sich 14 Ärzte. Ein Teil der jungen Mediziner, die sich zum Teil in der Facharztausbildung befinden, werde sich demnächst nach einem anderen Krankenhaus umsehen, um die Ausbildung zu vervollständigen. Dadurch gebe es immer mal wieder einen Wechsel unter den Medizinern. Das sei aber ganz normal. Momentan sei es für die Klinik noch nicht problematisch geeigneten Nachwuchs für die zu besetzenden Stellen zu bekommen. Denn Calbe liege geografisch nicht so schlecht und sei gut über die Autobahn zu erreichen.

Positiv hat sich für die Klinik die Sparte des altengerechten Wohnens entwickelt, zog er eine positive Bilanz. So seien die altengerechten Wohnungen der Klinik zu 90 Prozent ausgelastet.