Mit einem Gottesdienst hat die Frohser Laurentii-Gemeinde gestern ein neues Gemeindehaus eingeweiht. Dazu waren Gäste aus anderen Gemeinden da. Gute Nachrichten gibt es auch für den Altarraum zu verkünden: die Sanierung steht bevor.

Frohse l Die Frohser Gemeinde St. Laurentii freut sich und die evangelischen Christen der Stadt teilen die Freude: Am Fest Christi Himmelfahrt ist der neue Gemeinderaum offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Im Altarraum der Frohser Kirche fand der Stadtgottesdienst statt, in dessen Rahmen Pfarrer Johannes Beyer den neuen Gemeinderaum als Kirchenanbau segnete.

Der war ursprünglich schon zum Jahresbeginn fertig. Auch Gottesdienste feierten die Frohsianer schon hier. Doch mit der offiziellen Einweihung wollte man sich Zeit lassen und fand den äußeren Rahmen im Himmelfahrtsfest. Der neue Gemeinderaum an der Nordseite der Kirche war ursprünglich als Funktionalbau geplant. Küche, Toiletten und Lagerraum sollten hier Platz finden. 2007 stand der Rohbau. Dann geriet das Projekt etwas ins Stocken. Maßgeblich 2010 wurde das Nutzungskonzept verändert. Es war klar, dass ein Gottesdienstraum entsteht.

Die kleine Kirchengemeinde hat insgesamt eine Summe von rund 80 000 Euro aufgebracht. Der Kirchenkreis Egeln gab noch einmal 20 000 Euro dazu. Pfarrer Matthias Porzelle, amtierender Superintendent des Kirchenkreises, ging in seinem Grußwort auf das Werden des Gemeinderaums ein. "Aus einer profanen Idee ist ein geistliches Zentrum geworden", sagte er und zeigt sich überzeugt, dass der Raum eine "sehr gute Nutzung erfahren wird".

Ganz aktuell zeichnet sich auch für Kirche wieder eine intensivere Nutzung ab. Die Gemeinde nutzt zurzeit den Altarraum in den Sommertagen als Gottesdienstort, oder an Festtagen wie zu Weihnachten oder zum Nikolaustag. Im Kirchenschiff, abgetrennt durch eine Wand, hat die Firma Franke Bau ihr Materiallager.

Altarraum soll noch 2012 saniert werden

Pfarrer Johannes Beyer berichtet, dass der Kirchenkreis Egeln Geld für die Sanierung des Altarraums der aus dem Jahr 1862 fertiggestellten Kirche zur Verfügung gestellt hat. Weitere Mittel sollen über das EU-Programm Leader fließen, ein Förderantrag muss noch vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Sachsen-Anhalt bewilligt werden. Insgesamt sollen - wenn die finanzielle Unterstützung seitens des Landes kommt - noch in diesem Jahr rund 100 000 Euro in die Hand genommen werden. Dann wird der Altartisch, dessen Platte noch aus der ersten Kirche von 1548 stammen soll, verändert. Zudem wird die alte Farbe von den Wänden entfernt, der Fußboden und die Elektrik werden erneuert, Fenster und Türen werden abgedichtet, eine Heizung kommt in den Kirchraum und schließlich werden die Altrarfenster von Christof Grüger gesichert und von außen schutzverglast. "Wir können die Kirche dann auch Besuchern wieder zeigen, die sich zum Beispiel besonders für diese Fenster interessieren", sagt der Seelsorger, der um das Interesse dafür weiß.

Der Pfarrer ist froh über die Möglichkeiten, die sich der Gemeinde dadurch offerieren. In seiner Predigt bezeichnete er das Himmelfahrtsfest als das Fest des "Glaubens, der mit einem selbst erwachsen wird". Ohne das man Christus unmittelbar sehe, müsse sich der Glaube als tragend erweisen. Christen dürften deshalb mit dem Herz im Himmel sein, müssten mit beiden Beinen aber immer auch auf dem Boden stehen und den Kopf frei haben für die Realitäten der Welt. Räume für Gemeinschaft und Gebet - wie Kirche und Gemeinderaum in Frohse - würden diesem Glauben einen auch nach außen sichtbaren Rahmen geben.

Den Gottesdienst gestaltete der Flötenkreis der Gemeinde unter der Leitung von Birgit Beyer, die auch die transportable Digitalorgel spielte. Die Kinder aus der Kita St. Laurentii sangen für alle ein Lied.