Aschersleben (mz/cv). Detlef Gürth, Landtagsabgeordneter und CDU-Stadtrat, sieht die Entwicklung im Klinikum Aschersleben-Staßfurt mit "großer Sorge". Für die drohende Zahlungsunfähigkeit – zwei Millionen Euro sollen wegen sinkender Patientenzahlen besonders im dritten Quartal fehlen – macht er vor allem den Sprecher der Klinikholding des Salzlandkreises, Peter Löbus, verantwortlich.

"Für mich stellt sich ernsthaft die Frage, ob Löbus noch der richtige Mann in dieser Funktion ist", sagte Gürth. Gürth befürchtet, dass es Löbus nicht sei, denn "er ist nicht in der Lage, richtige Entscheidungen herbeizuführen sowie ausreichend und erfolgreich zu kommunizieren". Er habe offensichtlich versäumt, mit den Mitarbeitern der Klinik - besonders in Staßfurt - über ein Konzept, das seit März bekannt sei und bis heute immer wieder in Frage gestellt werde, rechtzeitig zu sprechen und sie davon zu überzeugen.

Die Öffentlichkeitsarbeit der Holding, so ist Gürth überzeugt, schade jetzt allen Klinikstandorten.

"Ich halte das für unverantwortlich", sagte er, "weil sowohl die Ärzte und Schwestern als auch die Patienten verunsichert werden." Das dürfe so nicht weitergehen, denn der gute Ruf, den sich das Klinikum Aschersleben-Staßfurt erarbeitet habe, dürfe nicht durch Horrorszenarien ruiniert werden. Gürth erwartet, dass sich besonders Aschersleben öffentlich zum Krankenhausstandort positioniert. "Der Stadtrat Aschersleben wird dazu in seiner Sitzung am 1. Dezember eine eindeutige Erklärung abgeben", ist er überzeugt.

Peter Löbus, Sprecher der Klinikholding, weist die Vorwürfe zurück. "Sie sind nicht korrekt." An allen Standorten sei das neue Klinikkonzept der Belegschaft vorgestellt worden. Über alle die Klinikholding betreffende Fragen werde so Löbus künftig eine zentrale Pressestelle informieren. Darauf hatte bereits das Landratsamt verwiesen.