In der Stadt Staßfurt gibt es einen Bedarf für eine Ausweitung der Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten. Das ergab eine Umfrage bei den Eltern, die die Stadtverwaltung auf Antrag der Linken in den Tagesstätten der Kommune durchgeführt hatte. Einbezogen wurden auch die freien Träger.

Staßfurt. "An der Befragung hatten insgesamt 579 Eltern teilgenommen, deren Kinder bereits in einer Einrichtung sind. Sie repräsentieren rund 40 Prozent der insgesamt 1455 Kinder, die in den Krippen und Kindergärten der Stadt betreut werden", sagte die Leiterin des Fachdienstes für Schule, Jugend und Kultur, Marianne Nebel, in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren und Soziales am Dienstagabend. Dort stellte sie die mit Spannung erwarteten Ergebnisse erstmals der Öffentlichkeit vor.

Danach wünschen sich 55 Eltern eine Öffnung der Tagesstätten der Stadt bereits vor 6 Uhr, für die Zeit nach 18 Uhr waren es sogar 73. Keinen Änderungsbedarf sahen 460 Muttis und Vatis. Ein Elternteil würde es gern sehen, wenn es eine Betreuung bis in die Nacht geben würde.

"In Atzendorf war auf einigen Zetteln zu lesen: ,Der Ausschuss verschwendet Zeit und Geld‘", berichtete Marianne Nebel. Die Verfasser hätten damit auf die unterschiedlichen Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in der Stadt hingewiesen, die in der ehemaligen Gemeinde Förderstedt bedeutend höher ausfallen als in der Kernstadt beziehungsweise in den anderen Ortsteilen Staßfurts.

Als Begründung für eine Veränderung hatten die Befragten ihre Berufstätigkeit, zum Beispiel ihre Montage- oder Schichtarbeit, angegeben, die es ihnen nicht ermögliche, ihr Kind zu den derzeit üblichen Öffnungszeiten der Einrichtungen betreuen zu lassen. Bislang nähmen diese Aufgabe Familienangehörige, Großeltern, Geschwister, Tages- oder Leihmütter wahr.

Wie Nebel sagte, habe die Stadtverwaltung in Auswertung der Umfrage aufgrund der Kürze der Zeit noch keine Handlungsempfehlung für den Fachausschuss geben können.

"Wir werden die Ergebnisse mit den Trägern auswerten", sagte sie. Wenn eine Anpassung der Öffnungszeiten erfolgen werde, sollte das dort passieren, wo der Bedarf bestehe, signalisierte die Ressortchefin.

Mit dieser Angelegenheit wird sich auch der Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales des Stadtrates in einer seiner nächsten Sitzungen beschäftigen.

Schließlich handele es sich um zwei Gruppengrößen, über die wir reden sollten, sagte Ausschusschef Ralf-Peter Schmidt (Linke). "Im Fokus der Fraktion der Linken stehen berufstätige Eltern, etwa Krankenschwestern, Verkäuferinnen und so weiter", begründete Schmidt den Vorstoß seiner Partei.