Angesichts des viel beklagten Fachkräftemangels verdeutlichte gestern das Berufsförderungswerk Sachsen-Anhalt (Bfw) während einer Informationsveranstaltung, welche Ausbildungsmöglichkeiten es für Rehabilitanden anbietet, die wieder ins Berufsleben integriert werden wollen. 30 Vertreter von Kostenträgern wie Deutsche Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften oder Arbeitsamt hörten von zwölf verschiedenen Berufen, in denen die Staßfurter Einrichtung ausbildet.

Staßfurt. Von offensichtlichen Berührungsängsten mit gewerblich-technischen Berufen sprach Bfw-Geschäftsführer Frank Memmler bei seiner Begrüßung der Gäste aus Sachsen-Anhalt und Sachsen. Denn die Einrichtung könnte ihre hochmodernen Ausbildungskapazitäten im Bereich CNC, IT oder Produktdesign durchaus noch besser auslasten.

"Der Metall- und Maschinenbaubereich ist nicht mehr das, was er vor 20 Jahren war", argumentierte Memmler. Die einst körperlich schwere Arbeit in schmutzigen, stinkenden Werkhallen, die man noch aus PA-Zeiten kenne, sei bereits weitgehend qualifizierter Tätigkeit mit Rechnerarbeitsplätzen gewichen. "Ein Kaufmann macht letztendlich nichts anderes als der Mitarbeiter, der an der Maschine steht", so der Bfw-Chef. Vielmehr würden dahinter interessante, vielseitige Arbeitsplätze stehen, die sehr attraktiv bezahlt würden – im Gegensatz zum kaufmännischen Bereich.

Vielseitig, flexibel, praxisnah

Im Bfw wird derzeit Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich in zwölf Berufen angeboten, größtenteils mit IHK-Abschluss. So zum Industriemechaniker, Industrieelektriker, Technischen Produktdesigner (Teilkonstrukteur Maschinenbau), aber auch IT-System-Elektroniker und zur Fachkraft für IT-Sicherheit. Gerade für den letztgenannten Berufszweig werde eine steigende Nachfrage prognostiziert, erklärte Peter Römke, Teamleiter der gewerblich-technischen Ausbildung. Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten müssten laut Gesetzgeber sogar einen derartigen Daten-Sicherheitsbeauftragten vorhalten. "Das Bfw hat momentan zwei Teilnehmer dafür in der Ausbildung. Und die läuft ganz ordentlich", erklärte Römke. Fünf bis sechs Nachfragen gebe es derweil aus einer Absolventenklasse. Das entspreche den Wünschen der Wirtschaft.

Das Bfw komme den Kostenträgern schließlich auch entgegen, indem Ausbildungszeiten verkürzt werden. Und man sei gegenüber Firmen flexibel, um auf deren Extra-Qualifizierungswünsche einzugehen.

Die 30 Gäste wurden schließlich am Nachmittag noch zu einer Besichtigung in das Staßfurter Werk von TechniSat eingeladen. Zwischen dem Unternehmen und dem Bfw gibt es seit Jahren schon eine sehr gute Kooperation, wie auch Werkleiterin Elisabeth Engel bestätigt. Das betreffe nicht nur Praktika-Plätze. Man habe auch schon Teilnehmer aus dem Bfw übernommen.

Bfw-Chef Memmler hatte zu Beginn der Hausmesse gesagt: "Unsere Vermittlungsquoten im gewerblich-technischen Bereich sind sehr gut."