Staßfurt. Weit mehr als 150 Tonnen Streusalz sind in den vergangenen Tagen in und um Staßfurt gestreut worden. Das 30 Tonnen umfassende Silo am Strandbad ist schon drei Mal leergeräumt worden. Fünf Räumfahrzeuge sind derzeit gut 24 Stunden täglich im Dauereinsatz. Hinzu kommen zwei Kleintraktoren, die vor allem die Wege auf den Friedhöfen räumen. "Wir tun, was wir können", sagt Yvonne Lea vom Stadtpflegebetrieb Staßfurt.

Doch das ist scheinbar nicht genug. Zahlreiche Beschwerden gingen in den vergangenen Tagen sowohl bei der Stadt als auch am Volksstimme-Lesertelefon ein. "Doch was viele nicht wissen", sagt Yvonne Lea: "Oftmals sind das gar keine Straßen, die in der Obhut der Stadt liegen, sondern Kreis-, Landes- oder Bundesstraßen." Welche Straßen durch den Stadtpflegebetrieb zu räumen sind, das ist in der Straßenreinigungssatzung der Stadt nachzulesen. In welcher Reihenfolge diese geräumt werden, entscheidet eine Prioritätenliste.

Die Beschwerden, die beim Stadtpflegebetrieb eingehen, handeln nicht nur von schlecht geräumten Straßen. Auch Beschwerden über den Fußweg des Nachbarn, der keinen Schnee geschoben hat oder über gefährliche Eiszapfen, die von Dächern hängen, landen bei Yvonne Lea auf dem Schreibtisch. "Dies ist allerdings nicht der Zuständigkeitsbereich des Stadtpflegebetriebes", betont sie. Hierfür seien die Grundstücks- beziehungsweise Hauseigentümer verantwortlich. Beschwerden und Verstöße gegen die Räumungspflicht müssen daher dem Ordnungsamt gemeldet werden.

Kommen die Anlieger ihrer Räumungspflicht nicht nach, entspricht dies einer Ordnungswidrigkeit, die mit einem Verwarngeld geahndet werden kann. "Allerdings weisen wir Bürger zunächst nur auf ihre Räumungspflicht hin", betont die Leiterin des Ordnungsamtes, Susanne Henschke. "Wir verteilen selbstverständlich nicht gleich Verwarngelder."

Erst bei wiederholten Verstößen gegen die Räumungspflicht werde ein Verwarngeld in Höhe von 30 Euro erhoben, so die Ordnungsamtsleiterin.