Wasserflugzeugmodelle und Rennboote schossen am Wochenende über den Löderburger See. Die Sportfreunde vom Modellflugclub Milan Hohenerxleben und ihre Freunde boten etwa 300 Zuschauern begeisternde Erlebnisse bei ihrem 2. Wasserflugtag inklusive fliegende Fische und Hexen-Kollision.

Löderburg l "Das ist wie verhext", kommentiert Eddy Nordmann, als seine Hexe und die von Vereinsfreund Hans Beyer in der Luft kollidieren. Ungewollt. "Aber das ist kein großer Verlust. Die hat man an einem Abend zusammengeklebt", sieht es der Vereinsvorsitzende des Modellflugclubs (MFC) Milan Hohenerxleben gelassen. Mindestens ebenso spektakulär, wenn auch ohne weitere Luftunfälle, verlief der zweitätige Wasserflugtag, zu dem der Verein an den Löderburger See eingeladen hatte.

Die 27 Modellflugpiloten - von Rostock bis Bayern angereist - kamen dabei voll auf ihre Kosten. Sie erlebten Synchron-Flüge der Deutschen Meister Hans-Peter Haase und Sohn Sebastian aus Gardelegen. Es gab fliegende Fische mit Elektromotor zu bestaunen. Mit einigen Modellen verbinden sich - abgesehen von den Hexen - sogar tragische Geschichten. So ließ Wolfgang Dohne eine Catalina vom Wasser starten. "Mit dem Original flog der Sohn des berühmten Unterwasserforschers Jaques Cousteau einst in den Tod", erzählt der Gast aus Frankfurt/Oder. Sein Modell landete erfolgreich am Strand des Löderburger Sees. Unterdessen prescht mit 210 Sachen der Nachbau einer englischen Supermarine über das Wasser. Ihr Besitzer Thilo Möller schwärmt: "Diese Rennflugzeuge waren 1925, als weitgehend noch Doppeldecker flogen, ihrer Zeit weit voraus." Fast noch mehr schwärmt der Rostocker über die guten Bedingungen, die die Flugmodellsportler in Löderburg vorfinden. Abgesehen davon, dass die Ostsee wegen des Salzgehalts und der unruhigen See weniger günstig ist, als solche Binnengewässer wie hier im Salzland.

"Die Zeit ist günstig. Badegäste und Wasserskifahrer sind noch nicht da."

Auch Stephan Pietsch vom Flugmodellclub Laucha findet nur positive Worte über die Veranstaltung der Milaner, deren Einladung er bereits das zweite Mal gefolgt ist: "Für unsere Wohnwagen sind hier optimale Bedingungen. Die Zeit ist günstig. Badegäste und Wasserskifahrer sind noch nicht da."

Die Mühen der Vorbereitung durch Eddy Nordmann und sein Team hatten sich also gelohnt. Immerhin mussten unter anderem Genehmigungen von den Stadtverwaltungen Staßfurt und Hecklingen, von Wasserschutzbehörden bis hin zum Bundesluftfahrtamt eingeholt werden. Wie streng die Auflagen für solche Veranstaltungen sind, zeigt zum Beispiel auch das Flugverbot zur Mittagsruhe für Modelle mit Verbrennungsmotoren. Aber diese Zeiten überbrückten die Sportfreunde mit Modellen mit Elektromotor-Antrieb.

Das Interesse am 2. Wasserflugtag fand jedenfalls mit schätzungsweise 300 Zuschauern eine großartige Resonanz. Michael Schnock, Chef des Austragungsortes, sorgte zudem mit Hüpfburg, Bastelstraße und Kinderschminken dafür, dass es ein Familientag wurde.

Das soll übrigens auch der Pfingstsonntag wieder werden, wenn die Vereinsmitlgieder des MFC Milan auf ihren Flugplatz zwischen Staßfurt und Hohenerxleben zur nächsten Flugschau einladen. Seine Hexe und die von Vereinskamerad Hans Beyer sollen übrigens bis dahin wieder flott sein. Bis dahin und bis zum 3. Wasserflugtag am Löderburger See 2014 bleibt den Modellflugfreunden nur "Holm- und Rippenbruch" zu wünschen.

Flugmodellschau des MFC Milan Hohenerxleben: Pfingstsonntag, 19. Mai, 14 Uhr, auf dem Vereinsflugplatz zwischen Staßfurt und Hohenerxleben.

   

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