Dicke Risse, lose Steine, abgestützte Decken - so zeigt sich zwei Tage nach einem Unfall das Schlafzimmer einer Wolmirslebenerin. Am Sonnabend war ein 26-Jähriger mit seinem Auto gegen die Hauswand des Mehrfamilienhauses geprallt. Die Schäden sind deutlich sichtbar.

Wolmirsleben l Es ist Sonnabend. Kurz nach dem Mittag steht die Anwohnerin eines Mehrfamilienhauses an der Chaussee direkt am Ortseingang von Wolmirsleben in ihrer Küche. Plötzlich quietscht es vor ihrer Haustür und es gibt einen ohrenbetäubenden lauten Knall. Zunächst weiß sie gar nicht, woher die Geräusche kommen. Sie schaut durch ihr Fenster in ihrer Wohnstube und sieht das Heck eines silbernen Autos. Sie öffnet die Tür zu ihrer Schlafstube und dann wird ihr alles klar. Der Seat ist gegen die Hauswand geprallt. Dicke Risse ziehen sich durch ihre Schlafzimmerwände, Steine sind lose, überall Staub.

Der 26-jährige Autofahrer aus der Nachbargemeinde Tarthun war zuvor aus Richtung Egeln gekommen und wollte rechts vor dem Haus abbiegen. Die scharfe Kurve wurde ihm zum Verhängnis. Der Aufprall des Autos gegen die Hauswand muss so stark gewesen sein, dass auch Nachbarn ihn hörten und sofort nachschauten, was passiert ist.

Wie durch ein Wunder ist die Anwohnerin gerade nicht in der Schlafstube, sondern in der äußersten Ecke der Wohnung. "Ich habe zuvor noch alle Blumen gegossen. Dafür war ich auch in der Schlafstube", erinnert sie sich. Und der Unfall passiert auch zu der Zeit, in der andere Menschen sich gerade für einen Mittagsschlaf ins Bett legen. Doch der Anwohnerin ist zum Glück nichts passiert.

Sie greift sofort zum Telefonhörer und alarmiert die Polizei. "Ich habe dabei beobachtet, wie der junge Fahrer bereits vor meinem Fenster auf und abgelaufen ist. Ihm war also scheinbar nicht viel passiert", erklärt die Wolmirslebenerin weiter. Und auch ihren Vermieter, die Umland Wohnungsbau GmbH, verständigt sie sofort. Dann schaut sie sich auch von außen an, was passiert ist.

Beim Autofahrer wurden 0,61 Promille festgestellt

Der Seat hat zuerst den Gartenzaun durchbrochen und ist dann gegen die Hauswand geprallt. Auch von außen sind heute die Spuren noch deutlich erkennbar. Die Polizei trifft ein und nimmt den Unfall auf. Später stellt sie fest, dass der junge Fahrer mit 0,61 Promille unterwegs war.

Auch die Umland Wohnungsbau GmbH ist schnell vor Ort und leitet die nächsten Schritte ein. Ein Wolmirslebener Bauunternehmen wird damit beauftragt, die Decke abzustützen. Die Anwohnerin zeigt zwei Tage nach dem Unfall ihre Schlafstube. Schlafen kann sie dort nicht mehr. "Unter dem Fenster war eigentlich die Heizung angebracht. Die steht jetzt hier", erklärt sie und hebt ein Bettlaken an. Damit hat sie ihre Möbel, die noch im Schlafzimmer stehen, abgedeckt.

"Es sind erhebliche Schäden entstanden. Ein Statiker hat sich die Wohnung beziehungsweise das Haus schon angeschaut. Ein Ergebnis gibt es noch nicht. Zudem muss die Versicherung den Schaden jetzt begutachten. Dann wird entschieden, wie es weiter geht", erklärt der Geschäftsführer der Umland Wohnungsbau GmbH, Jürgen Wedekind. Bis dahin wird sich die Bewohnerin noch etwas gedulden. Den Schock hat sie, so gut es geht, überwunden.

Die teilweise erhöhten Geschwindigkeiten, mit denen einige Autofahrer auf der Landesstraße, die durch Wolmirsleben führt, unterwegs sind, erhitzen seit einiger Zeit die Gemüter. Es hat sich sogar in Wolmirsleben eine Bürgerinitiative gegründet, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde auf der kompletten Ortsdurchfahrt kämpft. "Das ist ein gutes Beispiel, was passieren kann, wenn Autofahrer durch den Ort rasen", erklärt Elke Koch von der Bürgerinitiative zum Unfall vom Wochenende.

Bilder