Seit nunmehr 26 Jahren feiern evangelische und katholische Christen in Staßfurt den Martinstag. War es 1984 nur eine kleine Schar Kinder aus den Kirchengemeinden, die sich zu einer gemeinsamen Feier zusammengefunden hatten, wuchs die Teilnehmerzahl jedoch von Jahr zu Jahr und es kamen immer mehr Staßfurter hinzu, die keiner Kirchengemeinde angehörten.

Staßfurt. Besonders für die Kinder ist dieser Tag zu einem ganz besonderen Höhepunkt geworden. Und so trafen sich auch in diesem Jahr in den drei Staßfurter Kirchen mehrere hundert Mädchen und Jungen, um gemeinsam mit ihren Eltern und Großeltern erst zum Gedenken des Heiligen Martins einen kleinen Gottesdienst zu feiern und anschließend einen Laternen-umzug durchzuführen.

In der evangelischen Kirchengemeinde St. Petri und Johannis und in der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien ist es Tradition, das Martinsfest zusammen zu feiern. In diesem Jahr begrüßte zuerst Pfarrer Thomas Weigel die Teilnehmer in der St. Petri-Kirche auf dem Königsplatz und lud sie ein, auf das zu schauen, was St. Martin bekannt gemacht hat.

Mitglieder der Kirchengemeinde spielten die Geschichte nach, die sich im Jahre 335 vor den Toren der französischen Stadt Amiens zugetragen hatte, in der der junge Soldat Martin sich mit einem frierenden Bettler seinen warmen Mantel teilte.

Basteln, Gottesdienst und Umzug

Nach dem gemeinsamen Singen des St. Martin-Liedes wurden dann die mitgebrachten Lampions entzündet. Vor der Kirche wartete schon "St. Martin" hoch zu Ross, um dem Zug zur St. Marien-Kirche voranzureiten. Hier hieß Diakon Wendt die Teilnehmer herzlich willkommen und es wurde das, was damals der junge Martin machte, in die Tat umgesetzt. Es wurde geteilt, zwar kein warmer Mantel, aber die traditionellen Martinshörnchen.

In der Leopoldshaller Kirchengemeinde St. Johannis wird seit vielen Jahren das Martinsfest gemeinsam mit den Mädchen und Jungen aus der benachbarten Ludwig-Uhland-Grundschule und den anderen Leopoldshaller Kindereinrichtungen gefeiert.

Es hat sich zur Tradition entwickelt, dass sich die Kinder mit ihren Muttis und Vatis, Omas und Opas bereits am Nachmittag im großen Speiseraum der Schule treffen und hier gemeinsam Laternen für den abendlichen Umzug basteln.

Zum Gottesdienst in der St. Johannis-Kirche, der durch die Bläser des Leopoldshaller Posaunenchores eröffnet wurde, begrüßte Kantorin Birgit Wassermann die zahlreichen kleinen und großen Besucher.

Um das Thema "Teilen" ging es dann auch in den Liedern, die sie gemeinsam mit den Kindern sang. Und auch in der Leopoldshaller Kirche wurde die wohl bekannteste Legende, die sich um den Heiligen Martin rankt – die Geschichte von der Mantelteilung mit einem Bettler - von den Religionskindern aus der Uhland-Grundschule in Leopoldshall nachgespielt.

Ein wenig zu sein wie St. Martin – mit offenen Augen sehen, wenn es jemanden schlecht geht, mit offenen Ohren hören, wenn jemand weint und mit offenen Händen teilen mit denen, die nichts haben, das wünschte sich Birgit Wassermann zum Schluss von allen Martinsfestteilnehmern.

Kinder zünden ihre Laternen an

Nachdem alle gemeinsam das Lied "Gut zusammen leben, teilen, nehmen, geben..." gesungen hatten, zündeten die Kinder ihre Laternen an und begaben sich vor die Kirche.

Auch hier wartete bereits hoch zu Ross "St. Martin", um den bunten Zug durch das Leopoldshaller Wohngebiet zu führen.

Auch in diesem Jahr endete dieser wieder auf dem Schulhof der Uhland-Schule und unter den Klängen des Leopoldshaller Posaunenchores teilten sich zum Ausklang der diesjährigen Martinsfeier alle Teilnehmer die traditionellen Martinsgänse nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus leckerem Plätzchenteig.