Nein, es war nicht die Glocke des Weihnachtsmannes, die Bürgermeister Helmut Zander zur Eröffnung der letzten Stadtratssitzung in diesem Jahr schwang. Vielmehr wollte er sich Gehör verschaffen. Und Geschenke haben die Güstener auch nicht zu erwarten. Der Haushaltsplan-Entwurf für 2011 zeugt eher vom Gegenteil.

Von Falk Rockmann

Güsten. Mit Wünschen wie in der Vorweihnachtszeit verglich Zander die Posten, die jeder Bereich für den Haushalt 2011 angemeldet hat. Dem gegenüber stünden aber solche "großen Brocken" wie die Kreisumlage und die Verbandsgemeinde-Umlage. An der Kreisumlage sei kaum zu rütteln. Zur Verbandsgemeinde-Umage sagte der Bürgermeister: "Es war unser politischer Wille, uns Kindertagesstätten, Feuerwehren und Bürgerbüros zu leisten." Er appellierte allerdings an den Hauptausschuss, in der nächsten Sitzung nach weiteren Sparpotenzialen zu suchen. Wie Kämmerin Angelika Scholz erklärte, stünden laut Planentwurf im Verwaltungshaushalt 3,038 Millionen Euro Einnahmen 3,965 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber. Ein Minus also von gut 900 000 Euro. Auch im Vermögenshaushalt würden momentan noch 264 000 Euro fehlen. Die Herrin der Zahlen verdeutlichte auf Nachfrage von Bürgermeister Zander die Entwicklung der Investhilfen. So gab es 2009 noch 206 000 Euro, im zu Ende gehenden Jahr 198 000 Euro. 2011 werden es noch 174 000 Euro sein, die für Investionen zur Verfügung stehen. Allein für die weitere Stadtkernsanierung hat die Stadt aber 480 000 Euro vorgesehen, wobei sie mit 280 000 Euro Fördermittel rechnet.

In Sachen Großställe weiter am Ball

Zum Thema Großstallanlagen konnte der Bürgermeister nicht viel mehr sagen, als dass die Stadt weiter am Ball bleibe und dass die Sache ein laufender Prozess sei, auch nach der erneuten Einreichung der Investoren-Pläne. Dr. Klaus Gerner von der Bürgerinitiative sagte am Rande der Sitzung, er habe Vertrauen in den Stadtrat, der sich von einem Fachanwalt leiten lasse. Er wünschte sich, das Gleiche auch von der Verbandsgemeinde sagen zu können.