Der Zahnteufel hat in der Grundschule Groß Börnecke ganz schlechte Karten. Die Kinder wissen seit Montag noch besser, was sie tun müssen, damit sich der ungebetene Gast im Mund gar nicht erst breit macht. Mit einer geführten Info-Tour beim Zahnarzt sagten die Kleinen Karies und Co. den Kampf an.

Groß Börnecke. "Sicher hast du heute Morgen deine Zähne geputzt?", fragt Anita Michelmann den kleinen Tino. Der Erstklässler nickt, grinst und macht seinen Mund weit auf. Keine Spur von Angst. Auch die anderen Kinder daneben sind sichtlich unbeschwert. Neben dem Zahnarztstuhl schauen sie ihrem Mitschüler in den Mund und Anita Michelmann über die Schulter. Sie ist ausgebildete Prophylaxe-Trainerin in der Praxis von Zahnarzt Frank Letkowski in Groß Börnecke. Altersgerecht erklärt sie den Kleinen nicht nur die Gerätschaften, sondern vor allem vorbeugende Methoden, damit Erkrankungen wie Karies oder Parodontose gar nicht erst entstehen. Denn der Besuch beim Zahnarzt soll ein Stück Aufklärungsarbeit leisten.

Dabei wurde den Grundschülern am Montag gezeigt, wie wichtig regelmäßige Kontrolluntersuchungen und die richtige Mundhygiene sind. Vom Plaque-Färbetest bis hin zum Anschauen der Bakterien unter einem speziellen Mikroskop – auch die Ernährung spielt in puncto Zahngesundheit eine wichtige Rolle. So kamen beim Rundgang durch die Praxis Infos über das Essen nicht zu kurz. Welche Lebensmittel sind für die Zähne gesund, welche nicht, in welchen steckt wie viel Zucker und in welchen wie wenig? Auf Fragen rund um all das, was den Beißerchen gut tut und was ungesund ist, fanden die jungen Besucher eine Antwort. Nicht immer lagen sie richtig. Dass rund 80 Stückchen Zucker in einem Glas Schoko-Brotaufstrich drin sind, hatten sie unterschätzt. Ob Obst und Gemüse gut sind? Keine Frage für die Schüler. Kopfnickend stimmen sie sofort zu.

Mit gesundem Essen kennen sie sich bestens aus. Die Grundschule trägt seit mehreren Jahren das Zertifikat "Gesunde Schule". Der Besuch beim Zahnarzt ist eine Maßnahme, die den Titel stützt. "Wir versuchen den Kindern so viele Angebote wie nur möglich rund um die Gesundheit aufzuzeigen", erklärt Lehrerin Cornelia König. Wenn sie sich das Gelernte vor Ort praktisch anschauen können, sei das ideal, ist sie vom guten Zweck der Zusammenarbeit von Zahnarzt und Schule überzeugt.

Frank Letkowski kann das nur bestätigen. Das Wissen um die vorbeugenden Maßnahmen, damit Krankheiten erst gar nicht entstehen, soll schützen und zugleich sensibilisieren. "Seit Jahren haben wir beobachtet, dass die regelmäßigen Besuche der Kinder beim Zahnarzt rückläufig sind. Die Eltern sind scheinbar nicht mehr ganz so hinterher wie früher. Zunehmend sind die Zähne schon im jungen Alter stark geschädigt, wenn die Praxis aufgesucht wird. Umso wichtiger ist die Erziehung zur Mundgesundheit im Vorfeld. Und das wollen wir mit der richtigen Prophylaxe abfedern", begründet der Zahnarzt.

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