Am 22. September wird der Deutsche Bundestag neu gewählt. Seit einigen Wochen schon haben die Parteien ihre Kandidaten in Stellung gebracht und buhlen um die Gunst der Wähler.

Schönebeck/Staßfurt l Die Bundestagswahl 2009 war für die SPD im Salzlandkreis nicht unbedingt ein Erfolgsprodukt. In keinem der drei Wahlkreise holte sie das Direktmandat: Das gewannen Heike Brehmer (CDU), Rosemarie Hein (Die Linke) und Jan Korte (Die Linke). In diesem Jahr nun sollen es die Frauen und Männer der SPD richten. Sie wagen einen sehr gewagten Wahlkampf: Wurden früher Hallen und Plätze für den Frontalwahlkampf von der Bühne aus gemietet, sollen heute Streuselkuchen, Würste und Marmelade die fehlenden Prozentpunkte herausholen. Derzeit tingeln die Kandidaten von Tür zu Tür und sprechen ganz persönlich mit dem "Wähler". Manch ein SPD-Kandidat kann auch zu gemütlichen Kuchenrunden nach Haus eingeladen wer- den. Doch wer stellt sich nun wo zur Bundestagswahl? Welche Städte und Gemeinden gehören zu welchem Wahlkreis? Hier ein kompletter Überblick über die Kandidaten zur Bundestagswahl im Salzlandkreis.

Wahlkreis 68 "Harz"

Zum Wahlkreis 68 gehört der komplette Landkreis Harz und vom Salzlandkreis die Gemeinden Stadt Aschersleben und Stadt Seeland.

Folgende Kandidaten sind zugelassen:

- Heike Brehmer (CDU)

- Mario Hennig (SPD)

- Elke Reinke (Die Linke)

- Sabine Wetzel (Bündnis 90/Grüne)

- Detlef Ebert (FDP)

- Henning Lübbers (Piraten)

- Maria Ethel Muschalle-Höllbach (Freie Wähler)

- Nancy Streit (Tierschutzpartei)

- Michael Gunzel (NPD)

Vor vier Jahren zur Bundestagswahl gewann den Wahlkreis CDU-Frau Heike Brehmer (Foto) - auf Anhieb übrigens, denn Brehmer war zuvor Landrätin von Aschersleben-Staßfurt. Dieses Amt wollte die Frau aus Tarthun auch im neu gebildeten Salzlandkreis ausüben. Doch im Rennen um den Sieg unterlag sie knapp in der Stichwahl dem Sozialdemokraten Ulrich Gerstner.

Einen "Raketenstart" legte damals auch Elke Reinke für die Partei Die Linke hin. Sie war im Aktionsbündnis aktiv, schaffte über die Parteistimmen den Weg nach Berlin und machte damit erneut Schlagzeilen: als Hartz-IV-Empfängerin in den Deutschen Bundestag. Elke Reinke kandidiert in diesem Jahr erneut.

"Politik ist irgendwie mein Steckenpferd", berichtet Maria Ethel Muschalle-Höllbach kürzlich im Volksstimme-Interview. Die engagierte Frau wurde erst vor einem Monat zur Ortsbürgermeisterin von Groß Börnecke gewählt - und will nun offenbar ebenfalls aus ihrem Hobby einen Beruf machen: Muschalle-Höllbach lässt sich bei den Freien Wählern aufstellen und kämpft um das Direktmandat in den Bundestag.

Wahlkreis 69 "Magdeburg/Schönebeck"

Zum Wahlkreis 69 zählen bei der Bundestagswahl die kreisfreie Stadt Magdeburg sowie vom Salzlandkreis die Gemeinden Stadt Barby, Bördeland, Stadt Calbe und Stadt Schönebeck. Im Wahlkreis "Magdeburg/Schönebeck" haben sich folgenden Kandidaten aufstellen lassen:

- Tino Sorge (CDU)

- Burkhard Lischka (SPD)

- Rosemarie Hein (Die Linke)

- Stephan Bischoff (Bündnis 90/Grüne)

- Sven Fricke (FDP)

- Jörg Schulenburg (Piraten)

- Christian Heimann (Freie Wähler)

- Josef Fassl (Tierschutzpartei)

- Daniel Wiegenstein

(MLPD)

- Gustav Haenschke (NPD)

Wie im Wahlkreis 68 "Harz" gewann vor vier Jahren den Wahlkreis "Magdeburg/Schönebeck" eine Frau: Rosemarie Hein (Die Linke, Foto). Sie lieferte sich im Jahr 2009 einen Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem früheren Fifa-Schiedsrichter Bernd Heynemann. Mit nur einem Prozentpunkt konnte Hein aber das Direktmandat des Wahlkreises gewinnen.

Heynemann wird in diesem Jahr nicht der direkte Rivale von Rosemarie Hein werden. Nach internen Querelen wählte die CDU im zweiten Anlauf den recht unbekannten Tino Sorge als Kandidaten. Er und Hein werden gegen das politische Urgestein Burkhard Lischka (SPD) ins Rennen geschickt.

Wahlkreis 71 "Anhalt"

Zum Wahlkreis 71 zählen der komplette Landkreis Anhalt-Bitterfeld sowie vom Salzlandkreis die Gemeinden Stadt Alsleben, Stadt Bernburg, Börde-Hakel, Bördeaue, Borne, Stadt Egeln, Giersleben, Stadt Güsten, Stadt Hecklingen, Ilberstedt, Stadt Könnern, Stadt Nienburg, Plötzkau, Stadt Staßfurt und Wolmirsleben.

Im Wahlkreis "Anhalt" sind Kandidaten:

- Kees de Vries (CDU)

- Petra Börst-Harder (SPD)

- Jan Korte (Die Linke)

- Ingo Götze (Bündnis 90/Grüne)

- Veit Wolpert (FDP)

- Andreas Breitschu (Piraten)

- Daniel Roi (Afd),

- Ina Korntreff (MLPD)

- Hans-Werner Trummel (Freie Wähler)

- Andreas Klar (NPD)

Nachdem die Sozialdemokraten ihren einstigen Kandidaten Klaas Hübner "kaltgestellt" hat, wird nun die recht unbekannte Petra Börst-Harder von der SPD ins Rennen um den Wahlkreis 71 ins Rennen geschickt. Ob sie eine Chance haben wird, bleibt ungewiss, denn sie tritt gegen politische Schwergewichte an: Jan Korte (Die Linke), Kees de Vries (CDU) und Veit Wolpert (FDP).

Korte (Foto) gewann vor vier Jahren den Wahlkreis "Anhalt" hauchdünn. Sein Vorsprung war so gering, dass das Ergebnis nicht schon am Wahlabend bestätigt wurde, sondern erst am Folgetag. Die Differenz betrug im Jahr 2009 lediglich 365 Stimmen. Jan Korte holte 44087 Stimmen (31,6 Prozent) und Kees de Vries 43722 Stimmen (31,3 Prozent). Diese Niederlage hat der Landwirt aus den Niederladen sicherlich noch nicht vergessen und damit eine Rechnung offen.

 

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