Hecklingen (vmü/nme). Überrascht und sehr verärgert waren Anwohner der Straße "Zum Vorwerk" in Hecklingen als sie Donnerstagabend von der Arbeit kamen. Die Stadt Hecklingen hatte eine vor 13 Jahren gepflanzte Hecke und den Bewuchs am Wendehammer nicht angekündigt radikal verschneiden lassen. Die zuvor zirka vier Meter hohe Naturhecke diente als Wind-, Sicht- und Lärmschutz, bot im Herbst einen bunten Blätterwald.

Gleichzeitig fanden Vögel und Kleintiere Nahrung und Unterschlupf. "Ich kann es nicht verstehen, wie man so einen Radikalschnitt an dieser nützlichen und schönen Hecke vornehmen konnte", ist Anwohnerin Brigitte Böhme verärgert. "Wenn Krankheitsbefall oder ähnliches einen fachmännischen Rückschnitt erforderlich gemacht hätte, aber einfach mit der Kettensäge alles auf zirka 75 Zentimeter wegschneiden. Das ist doch nicht Sinn der Sache", sagte sie.

Auch Andrea Müller ist enttäuscht: "Mich würde mal interessieren, wer und warum man diesen prima Naturbewuchs einfach herunterschneidet. Diejenigen, die das sicherlich angewiesen haben, müssen ja solch einen Beschnitt nicht jeden Tag sehen. Einfach nur fürchterlich, wie hier mit dem öffentlichen Ansehen und der Natur umgegangen wird."

Weil die Hecke nur zur Hälfte weggenommen wurde und die Bürger nicht hinnehmen wollen, dass Montag weiter abgeholzt wird, protestierten sie am Sonnabend. Sie wollen, dass der Rest stehen bleibt.

Hecklingens Ortsbürgermeister Gregor Butscher wurde informiert und kam, um sich persönlich ein Bild vor Ort zu machen. Er sicherte zu, am Montag in der Verwaltung die seiner Ansicht nach berechtigten Einwände der Anwohner vorzubringen und einen sinnvollen Gehölzschnitt zu gewährleisten. Die ersten telefonischen Absprachen nahm er Sonnabend vor Ort vor.