Pferdesportler aus ganz Deutschland gaben sich am Wochenende in Gänsefurth mit Prüfungen am laufenden Band die Klinke in die Hand. Mehr als 200 Reiter gingen bei einem anspruchsvollen Dressurturnier der schweren und mittelschweren Klasse auf dem Hof der Familie Nettekoven an den Start.

Gänsefurth. Das Pferd dreht sich, in immer kleiner werdenden Kreisen auf den Hinterbeinen gleicht die Übung einer Pirouette. "Das ist eine Lektion, wie sie ab der S-Dressur vorkommt", erklärt eine Frau am Rand der Fläche auf dem Außengelände, dort wo sich die Teilnehmer auf die bevorstehenden Prüfungen in der Halle vorbereiten. "Normalerweise werden solch hohe Prüfungen auf kleinen Landturnieren gar nicht geritten", sagt Barbara Jäger. Weil schwere Prüfungen dieser Art in geballter Form in Gänsefurth aber angeboten werden, sei das Turnier für Reiter aus ganz Deutschland ein Anlaufpunkt, schätzt die Besucherin aus Braunschweig.

Vor 17 Jahren wurde der erste Wettkampf in Gänsefurth ausgetragen. Seitdem finden Veranstaltungen regelmäßig statt. Im Laufe der Zeit sei die Zahl der Teilnehmer immer größer geworden, stellte Martina Nettekoven mit Zufriedenheit fest. Der Zulauf habe sich schnell entwickelt. Mittlerweile seien Sportler aus dem gesamten Bundesgebiet auf dem Hof bei Dressurturnieren dabei. So auch am Wochenende. "Wir bieten zwei Hallen, eine Abreiterhalle und eine Übungshalle." Hinzu komme das großzügige Außengelände. Von einem Café aus könne der Besucher das Geschehen in beiden Hallen beobachten. "Das gibt es nicht überall", meint Martina Nettekoven. Sie ist Mitglied im neu gegründeten Verein "Team Gänsefurth", der mit dem Dressurturnier zur ersten Veranstaltung eingeladen hatte. "Bisher läuft alles nach Plan", schätzte sie den Ablauf Freitagabend am Ende des ersten Veranstaltungstages ein.

Gäste blieben nicht aus. Andrea Hintsche, die auch beruflich mit Pferden zu tun hat, war zusammen mit ihrem Mann vom Landgestüt Prussendorf (Anhalt-Bitterfeld) angereist. Gemeinsam schaute sich das Ehepaar die Prüfungen sichtlich begeistert an. Faszinierend am Pferdesport ist für sie, dass das Pferd in erster Linie Partner und treuer Freund ist, wenn man es ausbildet. "Wenn es auf einem Turnier dann so läuft wie geplant, ist das optimal", schwärmt sie von der Dressur, räumt aber zugleich ein, dass ein Pferd nur so gut ist, wie der Reiter im Sattel. "Das Tier muss Vertrauen zu ihm aufbauen. Das Ganze hat viel mit Gefühl zu tun und dann macht es einfach nur Spaß", schwärmt die Besucherin von ihrem liebsten Hobby.

 

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