Die Bürgersorgen um die geplanten Großstallpläne im Raum Güsten hat Pfarrer Arne Tesdorff gestern in seiner Predigt zum Regionalgottesdienst reflektiert. Den feierten anlässlich des Reformationstages über 100 Christen aus Kirchengemeinden zwischen Hecklingen und Hohenerxleben, Staßfurt-Leopoldshall und Ilberstedt an der Warmsdorfer Georgskapelle.

Warmsdorf. "Uns hier in Warmsdorf beschäftigen die Tierfabriken, in Staßfurt ist es die drohende Schließung des Krankenhauses", sagte Arne Tesdorff vor der herrlichen Kulisse des Warmsdorfer Parks, "begleitet von dem Gefühl, dass alles den Bach runtergeht." Noch viel schlimmer sei, mit der Absicht der Gewinnmaximierung durch die Großställe gegen Gottes Gebot zu verstoßen. "Wir Menschen sollen Gottes Geschöpfe bewahren und nicht Raubbau an ihnen betreiben." Tesdorff warnte zudem, dass solche Entwicklungen "auch mit unserer Lebensweise zu tun haben. Wer 30 Eier für 1,99 kauft, ist mit schuld daran, dass solche Tierfabriken gebaut werden."

Der Seelsorger der Pfarrei Güsten mahnte, sich bei allen aktuellen Sorgen dennoch an den Reformator Martin Luther zu erinnern. "Der hatte sicher andere Probleme vor fast 500 Jahren. Aber manche Dinge bleiben", so Tesdorff, und er beschrieb diese mit "ewigen Problemen, ewigen Wahrheiten". Reformation heiße auch, sich auf das Ursprüngliche zu besinnen, bezog sich Arne Tesdorff erneut auf Luthers Wirken um den Glauben. "Gott spielt heute viel zu oft eine zu geringe Rollle", so der Prediger.

Darauf aufbauend, bat Pfarrer Christfried Kulosa die Anwesenden, in einigen Zeilen ihre persönlichen Glaubensbekenntnisse aufzuschreiben und ihm ins Hecklinger Pfarramt zu schicken. "Glaube muss bezeugt werden, sonst geht er irgendwann ein und unter", erklärte er.

Zum Abschluss der Feier anlässlich des Reformationstages ludt die Kirchengemeinde Amesdorf-Warmsdorf noch zu warmen Getränken und kleinem Imbiss unter dem bunten Blätterdach des Warmsdorfer Parks, was zahlreiche Gottesdienstbesucher gern annahmen.

 

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