Die Restaurierung der Kirche Sankt Clemens in Groß Börnecke geht in die nächste Runde. Arbeiten im Inneren laufen. Der Förderverein hat sich das Ziel gesetzt, Besuchern bis Weihnachten anhand einzelner Details einen gestalterischen Vorgeschmack zu geben, wie das Gotteshaus nach denkmalrechtlichen Bestimmungen von innen wieder hergerichtet werden soll. Eine weitere Hürde soll im kommenden Jahr die Dachsanierung sein.

Groß Börnecke. Pünktlich zum traditionellen Weihnachtskonzert der Chöre sollen derzeit laufende Maßnahmen im Gotteshaus fertig sein. "Wir haben uns vorgenommen, zu dieser Veranstaltung das Ganze so verwirklicht zu haben, wie es in der Endphase aussehen soll", erklärt Fördervereinsvorsitzende Sonja Mewald, dass die Mitglieder "den Ehrgeiz haben, den Konzertbesuchern anhand einiger Details zu zeigen, wie es einmal werden soll." Natürlich müsse das Wetter mitspielen, hofft sie auf milde Temperaturen und wenig Niederschlag. Dann seien die Voraussetzungen gegeben, gut voran zu kommen.

Altar wird wieder flott gemacht

Im Mittelpunkt steht derzeit auch die Restaurierung des Altars. Er hatte in den Vorjahren bereits einen hellen freundlichen Anstrich erhalten, sei mit entsprechender Grundierung zweimal vorgestrichen worden. "Am Montag wurde die Lackfarbe für den Deckanstrich geliefert", informiert die Vereinschefin, dass ein "gebrochener Weißton", ein sogenanntes "alt-weiß", verwendet wird. "Alles genau nach denkmalrechtlichen Vorschriften", fügt sie an und berichtet, dass Reliefs im Anschluss bronzefarben herausgearbeitet werden. Ein Grafikerehepaar aus dem Ort unterstütze die Vereinsmitglieder dabei, die "fachlichen Details zu betonen", freut sich Mewald über die Zusage der zwei Künstler.

Und auch die Arbeit von zwei Männern, die seit einigen Monaten über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in der Kirche zu Gange sind, bringe den Verein in seinem Bestreben, die kleine, "heimeliche Dorfkirche" zu erhalten, ein ganzes Stück weiter. Malerarbeiten wie die am Altar seien im Rahmen ihrer Maßnahme zwar nicht umsetzbar, das erledige der Verein in Eigenleistung. Dafür sehen die Wände in der Kirche dank der Unterstützung der ABM-Kräfte aber schon jetzt viel freundlicher aus. Der lose Putz sei im gesamten unteren Mauerwerk entfernt und anschließend verfugt worden. Auch im Vorraum der Kirche bietet sich Besuchern damit schon jetzt ein freundlicherer Anblick als noch vor einigen Monaten.

Und die Arbeit geht in der Sakristei weiter. In dem kleinen Nebenraum, unmittelbar rechts hinter dem Altar gelegen, wurde eine Wand schon frisch verputzt, die anderen sollen folgen.

Im Großen und Ganzen ist die Vereinschefin mit dem Fortschritt der Restaurierungsarbeiten zufrieden. "Wenn man sich überlegt, dass über Jahre in der Kirche nichts passiert ist, sind wir schon ganz schön weit voran gekommen", spielt Mewald darauf an, dass das Gotteshaus von der evangelischen Kirche in den 1970er "bautechnisch stillgelegt" worden war. Im Jahr 2000 machte der Förderverein die Tür der Kirche erstmals wieder auf.

Chorproben im Sommer 2011

Seitdem kämpft er dafür, die Dorfkirche vor dem Verfall zu retten. Neue Fenster wurden etwa in einem ersten Schritt eingebaut. Die Dachsanierung ist eine weitere Hürde, die die Mitglieder künftig angehen wollen. Dafür fehlt bisher das Geld. Doch der Vereinsvorstand ist optimistisch. "Sicher wird es uns gelingen, den ein oder anderen Fördertopf erfolgreich anzuzapfen", ist Mewald ebenso wie die anderen Mitglieder guter Hoffnung. Auch weil der Zuspruch seitens der Bevölkerung so groß sei. "Sobald die Kirchentür offen steht, kommen die Leute und schauen, viele sind in der Kirche getauft oder konfirmiert worden", sind persönliche Erinnerungen bekannt

Schließlich habe Sankt Clemens wegen dem "Tonnen-Gewölbe" auch eine spezielle Akustik vorzuweisen. Auch diese Besonderheit steigert die Nachfrage. Im nächsten Jahr sollen Chorproben in der Kirche regelmäßig stattfinden, Sänger und Sängerinnen der Umgebung wollen in der Kirche im Sommer 2011 Lieder einstudieren.

 

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