Seit Jahren wünschen sich junge Menschen, dass in ihrer Region endlich mal etwas los ist für junge Partygänger. Drei junge Männer haben sich getraut, in Förderstedt ein Open Air auf die Beine zu stellen und feierten damit am Sonnabend einen Riesenerfolg. Dabei ist so etwas in Förderstedt alles andere als einfach.

Förderstedt l Es war fast nicht zu glauben: Hinter dem traditionellen Landhaus Förderstedt eröffnet sich dem Besucher am Sonnabendabend eine riesige Partyzone: Neonlichter, House- und Chart-Musik, überall tanzende junge Menschen. Alle, die die Volksstimme fragt, sind durchweg begeistert und können es fast nicht glauben: "Die Musik ist gut. Alle sind gut drauf, und es ist seit langem mal wieder was los", sagt Annika Kober, die mit ihren Freunden die Sets von den DJs "Waxx", "Mr. Chosen One", "Soundteam Friese", "Stereo Vibez" und "PhantomlineBeats" genießt. "Super, geil, hat Spaß gemacht", fasst sich Alexander Bier kurz, der einige der Badewannen-Enten ergattert, die die Veranstalter gegen Ende ins Publikum werfen. Besucher

Daniel Schmidt holt weiter aus. Er hält vor den Veranstaltern nach dem Open Air eine zehnminütige Rede, warum sie die "Summerbeats Förderstedt" unbedingt wiederholen müssen: "Es wurde aber auch echt mal Zeit, so etwas hier zu machen. In Förderstedt ist ja nur alle vier Jahre was los. Wir waren alle sehr dankbar, als wir davon erfahren haben. Wir wünschen uns, dass das noch einmal stattfindet", spricht er für sich und seine Freunde.

"Das tut gut, das mal zu hören", sagt Florian Gottschalk. Er ist 18 Jahre alt und Auszubildender. Er und seine Freunde Nils Goldmann, 19 Jahre und ebenfalls Auszubildender, und Dennis Friese, 19 Jahre und gerade aus der Schule, hatten schon lange das selbe Problem: "Es ist so selten etwas los für junge Leute in der Region. Wir müssen etwas für junge Leute wie uns tun, dachten wir uns", sagt Nils Goldmann. "Wir haben Privatpartys im Garten gemacht, aber dann dachten wir, das müssen wir öffentlich machen", fügt Florian Gottschalk hinzu. "Wir sind ja selbst als DJs unter dem Namen ¿PhanotomlineBeats\' unterwegs. Daher hatten wir das Equipment. Und wir kennen auch viele DJs aus der Region, die heute umsonst bei uns auflegen", so Florian weiter. Also nahmen die drei jungen Männer all ihren Mut zusammen und wagten den Schritt.

Doch schon bei der Organisation zeigte sich, dass so ein Vorhaben nicht ganz einfach umzusetzen ist. Vor Wochen schon war alles geplant. Das Ganze sollte am Albertinesee stattfinden. Doch vor einer Woche kam unverhofft die Absage vom Albertinesee. Am Sonntag standen die Jungs vor dem Nichts. Sie gingen zu Hans-Jürgen Lärz, Besitzer des Landhauses Förderstedt, der ein Gelände hat, das für Freilichtveranstaltungen ausgelegt ist.

"Die Jugend ist so engagiert. Warum kann man sie nicht feiern lassen?"

"Er sagte zu und innerhalb von drei Stunden haben wir am Montagabend die Veranstaltung neu durchgeplant", erklärt Nils Goldmann. Hans-Jürgen Lärz als Besitzer des Landhauses Förderstedt meldete die Veranstaltung bei der Stadtverwaltung an. "Dann haben wir 5000 Flyer drucken lassen und verteilt", berichtet Florian Gottschalk weiter, "und mit den Sponsoren ging es auch Schlag auf Schlag.

Einer nach dem anderen sagte zu, so dass wir jetzt insgesamt fünf Unterstützer haben. Die Flyer und die Wasserrutsche, die wir aufgestellt haben, kosten ja Geld." Am Ende gab es die Eintrittskarte als Verzehrkarte für drei Euro. "Das ist echt billig für so eine Veranstaltung", sagt Florian Gottschalk. Der Nachteil aber ist: Punkt 1 Uhr ist Schluss. Florian Gottschalk wirft die letzten Badewannen-Enten in die Menge, der DJ dreht noch einmal richtig auf.

Dann geht die Musik aus - um 1 Uhr, wenn es bei anderen Partys eigentlich erst richtig losgeht. "Wir haben eben die Auflage von der Stadt bekommen, weil das Gelände schon so sehr mit Anzeigen belastet ist. Da müssen wir uns dran halten", sagt Nils Goldmann. Die Jungs messen sogar mit einem Gerät jede Stunde die Lautstärke bei ihrer Veranstaltung.

Das nützt aber alles nichts: Hans-Jürgen Lärz droht jetzt eine Anzeige. "Es macht immer jemand Stress", sagt er und redet sich nach dem Open Air in Rage, weil ihm die Jugend leid tut, wie er sagt. "Unsere Jugend, die war so engagiert beim Sandsäcke-Stapeln. Wir können stolz auf sie sein, und jetzt kann man sie nicht mal feiern lassen. Na, wo sollen sie denn hin?"

Florian, Nils und Dennis hätten die ganze Nacht lang auflegen können. Hans-Jürgen Lärz hatte bis 2 Uhr beantragt, durch die Stadtverwaltung wurde es jedoch auf 1 Uhr beschränkt. Das liege nicht an der Stadtverwaltung ..., wie Hans-Jürgen Lärz meint.

Die Konzertbesucher wünschen sich die nächste Auflage: "Vielleicht in diesem Sommer?", bittet Daniel Schmidt. Ob es die Veranstaltung in diesem Jahr noch einmal geben wird, ist nicht sicher.

Aber "es wird 2014 auf jeden Fall wieder das Summerbeats in Förderstedt geben. Hoffentlich dürfen wir dann mal länger machen", wünscht sich Florian Gottschalk.

   

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