Die neue Bodebrücke, die den Hecklinger Ortsteil Gaensefurth mit Staßfurt-Nord verbindet, wird aller Voraussicht nach im Oktober installiert.

Staßfurt/Hecklingen l Die rund 35 Meter lange Aluminium-Konstruktion wird in Österreich in der Nähe des Bodensees gefertigt und dann in einem Stück nach Gaensefurth transportiert, sagte der Verkehrsplaner der Stadt Staßfurt Günther Roddewig.

Der Startschuss für die Demontage der alten Stahlbogenbrücke sowie der alten Widerlager soll im September fallen. Danach beginnen dann die Arbeiten an den Fundamenten für das neue Bauwerk. Es kostet rund 300 000 Euro, sagte Roddewig. Das Vorhaben wird zu 80 Prozent gefördert, wobei nicht alle Arbeiten eingeschlossen sind.

Cornelia Brandt aus Gaensefurth freute sich schon als sie gestern Morgen den Löbnitzer Unternehmer Harry Vohs und dessen Sohn Tino anrücken sah, denn sie dachte: "Jetzt beginnen endlich die langersehnten Bauarbeiten."

Ihre Kinder besuchen die Sekundarschule in Staßfurt-Nord. "Wenn ich sie abholen will, muss ich, da ich kein Auto besitze, mit meinem Fahrrad große Umwege in Kauf nehmen und entweder über Löderburg oder über Hecklingen fahren", monierte die Gaensefurtherin. Deshalb erwartet sie die Freigabe des seit längerer Zeit gesperrten Europa-Radweges R1 sehnsüchtig.

Harry und Tino Vohs mussten sie enttäuschen, denn sie haben dort nicht mit den Bauarbeiten begonnen, sondern mit deren Vorbereitung. "Wir haben den Auftrag erhalten, hier Proben zu ziehen. Die gehen ins Labor, um die Tragfähigkeit der Betonfundamente untersuchen zu können", sagte der Firmenchef. Harry und Tino Vohs waren gestern entsetzt, als sie auf der Vorlandbrücke über den Bruchwiesen in Richtung Gaensefurth die Bretter und Balken entfernten, denn das Holz darunter war durch die Nässe komplett verfault. Diese Brücke sei nicht tot, sondern mausetot, stellten sie fest. Ähnlich fällt auch das Urteil für die Stahlbogenbrücke über der Bode aus.

Deshalb wunderten sich die beiden Männer um so mehr, dass der Weg trotz der Absperrungen auf beiden Seiten von Radfahrern oder Joggern und sogar von Eltern mit Kleinkindern frequentiert wird, was lebensgefährlich ist.

Hecklingens Bau- und Ordnungsamtsleiterin Sigrid Bleile warnte gestern noch einmal eindringlich vor dem Betreten der Anlagen. "Wir wollen in nächster Zeit dort sämtliche Bretter aufnehmen", sagte die Ressortchefin. Während sich Staßfurt um die neue Brücke kümmert, wollen die Hecklinger die kleine Vorlandbrücke mit Fördermitteln des Landes erneuern, da die Stadtkasse klamm ist. "Die Kommunalaufsicht hat die dazu nötigen Eigenmittel freigegeben. Ziel ist es, die Arbeiten noch vor dem Winter abzuschließen", sagte Bleile.

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