Unter großem öffentlichen Interesse ist das Fahrzeugmuseum Staßfurt in Glöthe gestern als "Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet worden. Zur Verleihung der Urkunde durch die Filialleiterin der Deutschen Bank in Staßfurt, Barbara Lehmann, waren unter anderen auch Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre und Landrat Ulrich Gerstner gekommen.

Glöthe. Sie trägt zwar noch die Unterschrift von Horst Köhler – aber das ist ja nebensächlich: Eine Urkunde macht jetzt für jedermann sichtbar, dass das Fahrzeugmuseum Staßfurt in Glöthe in diesem Jahr zu den 365 Orten in Deutschland gehört, die sich durch ihre besonderen Ideen auszeichnen. Die Ideen-Initiative, getragen vom Bund und von der Deutschen Bank als Kooperationspartnerin, bescheinigt dem Museum schwarz auf weiß herausragende Kreativität. Zur offiziellen Verleihung der Urkunde waren gestern Mittag unter anderen Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU), Landrat Ulrich Gerstner (SPD), Oberbürgermeister René Zok (parteilos) und die Filialleiterin der Deutschen Bank in Staßfurt, Barbara Lehmann, nach Glöthe gekommen.

"Es ist hochinteressant, welche Exponate es hier zu besichtigen gibt", lobte Minister Daehre in seinem Grußwort. Fasziniert begutachtete er einen eigenartigen Nachbau eines motorisierten Zweirades, das wahrscheinlich ein langes Arbeitsleben auf den Feldern der Börde hinter sich hat. An Staßfurts Oberbürgermeister René Zok gewandt meinte Daehre scherzhaft: "Die Stadt Staßfurt hat ein Highlight bekommen. Ihr wäret ja allein bestimmt nicht auf diese Idee gekommen."

Zok ließ diese Vermutung so stehen und unterstrich: "Die Attraktivität des Museums befördert den Ruf der Stadt Staßfurt bundesweit." Dass diese Ansicht keinesfalls weit hergeholt ist, zeigte Landrat Ulrich Gerstner auf: "Wer den Begriff Fahrzeugmuseum googelt, findet das Haus in Glöthe bereits an dritter Stelle. Das ist ein Hinweis darauf, welch hohen Bekanntheitsgrad das Objekt hat." Niemand anderes im Salzlandkreis, schätzte Gerstner ein, habe es 2010 so sehr verdient, mit der Auszeichnung "Ort der Ideen" ausgezeichnet zu werden. Auf Zustimmung stieß beim Landrat die Auswahl eines Gefährtes für das Pressefoto: Kein Trabant, kein Wartburg, kein Barkas: ein Kinderwagen. Der Salzlandkreis brauche fraglos mehr Nachwuchs, ließ der Verwaltungschef augenzwinkernd wissen.

"Es freut uns, dass wir diesen Titel in den Salzlandkreis und damit in die Stadt Staßfurt holen konnten", sagte Ingo Schramm, dessen bessere Hälfte Kerstin Schramm die eigentliche Betreiberin des Museums ist, wie ihr Ehemann ausdrücklich hervorhob. Er sagte weiter: "Wir haben uns darstellen können als ein Zeitreisemuseum, das technische Geschichte abbildet."

Mittlerweile kommen Schulklassen in das ehemalige Rittergut, sogar Sachverständige aus dem großen Bereich des Verkehrswesens veranstalten ihre Tagungen in Glöthe. "Das ehrt uns", sagte Schramm.

Auch Förderstedts Ortsteilbürgermeister Peter Rotter (CDU) fühlt sich geehrt. "Wir sind außerordentlich stolz, dass wir dieses Museum im Ortsteil Glöthe haben." Beeindruckt sei er auch vom Motto des Hauses, das da lautet: "Geht nicht, gibt‘s nicht".