Seit den Weihnachtsfeiertagen sind die Mitarbeiter des Egelner Bauhofes im Dauereinsatz beim Räumen der Schneemassen. Täglich starten sie um fünf Uhr, um für freie Fahrt zu sorgen.

Egeln. Rolf-Dieter Göllner, der Chef des Egelner Bauhofes, quält sich mit seinem Multicar durch den Schnee. An besonders engen Stellen in der Stadt muss er besonders behutsam die weiße Pracht mit dem Schibeschild bewegen. "Seit dem ersten Weihnachtsfeiertag sind wir täglich unterwegs", sagt er. Die Sicherheit der Bürger sei wichtiger als ein Feiertag, erklärt er weiter.

Um fünf Uhr morgens startet die vierköpfige Truppe seit Tagen in den Winterdienst. Zwei Multicar, einen Radlader und ein Traktor stehen ihnen dabei zur Verfügung. Die Technik ist nicht auf dem neuesten Stand, zeigt der Chef den kleinen Fuhrpark. Es sei mitunter schwer, den Stadtrat davon zu überzeugen, in die Ausrüstung des Bauhofes zu investieren. So habe der Radlader erst im Winter neue Reifen bekommen. "Da ging nichts mehr. Die Reifen hatten kein Profil mehr", schildert Rolf-Dieter Göllner.

In den vergangenen Tagen wurden Mensch und Material auf eine harte Prüfung gestellt. Teilweise waren die Bauhof-Mitarbeiter von 5 bis 21 Uhr im Einsatz. "Einen Ausfall der Technik sowie eines Mitarbeiters können wir uns zurzeit nicht leisten", betont er weiter.

Längst nicht alle Strecken können die Mitarbeiter bequem mit der Technik abfahren. Einige Stellen, wie Bushaltestellen, müssen die Mitarbeiter beinahe täglich mit der Hand freiräumen. "Die Nacharbeiten halten ganz schön auf. Auch vor den leerstehenden Gebäuden müssen wir den Schnee auf den Gehwegen beräumen", beschreibt der Chef.

Ärgerlich ist Rolf-Dieter Göllner mitunter auf die Autofahrer. Einige Fahrzeuglenker sehen in den Winterdienstfahrzeugen vor allem ein Hindernis, beschreibt er seine täglichen Erfahrungen. Da gebe es dann schon mal unmissverständliche Handzeichen von anderen Verkehrsteilnehmern. "Ich wünsche mir, dass die Leute etwas rücksichtsvoller sind und sich mehr Zeit nehmen", erklärt er.

Besonderes Augenmaß legen die Bauhof-Mitarbeiter auf den Breiteweg. Die enge Durchfahrtstraße muss täglich beräumt werden. "Hier fahren Busse und Lkw durch. Die Straße ist nicht sehr breit, da kommt es auf jeden Zentimeter an", weiß Rolf-Dieter Göllner.

Nach einem genauen Plan rücken seine Kollegen allmorgendlich aus. Zuerst werden die Zufahrten zur Feuerwehr sowie zum Rettungsdienst geräumt. Dann geht es zu den Kindereinrichtungen und zu den Hauptstraßen. Erst danach sind die Nebenstraßen an der Reihe.

Mit dem Schiebeschild und einem Sandstreuer rücken die Männer der Glätte zu Leibe. Nicht alle Anwohner freuen sich über die Arbeit. "Es kommt schon vor, dass wir in den Straßen Einfahrten zuschieben", sagt er weiter. Dann gebe es böse Anrufe beim Ordnungsamt, hat er schon erlebt. Ein noch größeres Problem seien aber diejenigen, die den Bürgersteig vor ihrem Haus räumen und den Schnee dabei wieder auf die Straße schieben. Das führe dann erneut zu Engpässen, weist er hin. "Wir haben sogar schon erlebt, dass Bürger ihre Höfe vom Schnee befreit haben und alles auf die Straße gekippt haben", sagt er.

Salz setzt der Bauhof nur an ganz glatten Stellen ein. "Wir haben mit Sand sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Bürger sehen den Sand auf dem Schnee und sind beruhigt", ist seine Erfahrung. Außerdem nütze Salz nicht immer etwas, gibt er außerdem zu bedenken. Bei sehr tiefen Temperaturen wirke auch das Salz nicht mehr. Deswegen verzichtet der Bauhof auf den flächendeckenden Einsatz. Umweltfreundlicher ist der Sand dabei auch noch. Nach den letzten Tagen wünscht sich Rolf-Dieter Göllner nun etwas Ruhe in den kommenden Tagen. "Eine kleine Verschnaufpause können wir sehr gut gebrauchen", ist er überzeugt.

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