Der Windpark Borne ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Verbandsgemeinde Egelner Mulde. Die Firma Enercon ist derzeit dabei, den Windpark um 13 Windkraftanlagen zu erweitern.

Borne. Die Bauarbeiter der Enercon GmbH, die derzeit ein neues Windrad im Windpark Borne errichten, hantieren mit tonnenschweren Bauteilen. An der B71 werden derzeit nach und nach 13 Windkraftanlagen zum bereits bestehenden Windpark hinzugefügt, teilt Anne-Kathrin Gilberg von der Pressestelle des Unternehmens mit.

Bereits im Zeitraum vom September 2009 bis September 2010 hatte die Enercon GmbH hier 15 Windräder installiert. Die Enercon GmbH ist der größte deutsche Hersteller von Windkraftanlagen im Offshore-Bereich, das heißt für jene Windräder, die sich zu Land und nicht im Meer vor der Küste befinden. Zur Vergrößerung des Windparks kommen derzeit weitere 13 hinzu. Schon im Mai hatten die Arbeiten begonnen.

"Für ein Windrad brauchen wir etwa drei Wochen", erklärt ein Mitarbeiter. Dazu müssen die Windkraftanlagen mit je einem Gewicht von 1600 Tonnen zunächst in Einzelteilen nach Borne kommen. Diese werden von der Firma "windworld repowert" hergestellt. Derzeit ist schon, wenn man die Bierer Straße entlangfährt, der typische grüne Sockel eines Windrades zu sehen. Darauf werden noch zwei größere Sockelteile mithilfe eines Krans gesetzt. Insgesamt besteht ein Windrad aus 21 Teilsegmenten.

Der Bau eines solchen Kolosses beinhaltet nicht nur das Aufeinandersetzen der Einzelsegmente. Bevor die Windkraftspezialisten ans Werk gehen können, müssen Tiefbaufirmen das Fundament ausheben. Mehr als fünf Meter müssen diese Löcher mindestens tief sein, um die Anlage überhaupt halten zu können. Des Weiteren ist der Anschluss an das Stromnetz zu bewerkstelligen. Über Netzverknüpfungspunkte wird der später einmal erzeugte Strom an den Energieversorger geleitet. Dazu sind unterirdische Kabel zu ziehen.

"Im Ort Borne baute der Betreiber zahlreiche Straßen aus"

Im Herzstück des Windrades befindet sich der Maschinenraum, wo Rotor und Generator die Stromerzeugung bewerkstelligen. Ein Fahrstuhl wird hier integriert. Später einmal, bei Inbetriebnahme, werden die Anlagen über ein Computernetz überwacht und gewartet, zum Teil melden sie sich von selbst per SMS, falls es Störungen gibt.

Die technische Ausstattung der 13 neuen Windräder bemisst sich bei einer Nennleistung von 2,3 Megawatt und einem Rotordurchmesser von 82 Metern, wie Pressesprecherin Anne-Kathrin Gilberg mitteilt. Der Anlagentyp "E-82" ist eine Verbesserung des vorhergehenden Anlagenmodells. Durch eine Optimierung der Luftkühlung soll bei diesem Modell eine Leistungssteigerung im Gegensatz zum Vorgänger erreicht werden.

"Ganz Sachsen-Anhalt schaute nach Borne"

Der Windpark ist für Borne von größter Bedeutung. Neben Steuereinnahmen hat auch die Verkehrsführung des Ortes profitiert. Ortsbürgermeister Dietmar Guschl hebt dabei den Straßenbau hervor. Im Ort wurden zahlreiche Straßen durch die MDP GmbH, die der Betreiber der Anlagen ist, ausgebaut, bestätigt auch Bauamtsleiter Gerald Schierhorn. Da die Ortschaft Borne dem Betreiber die Flächen zur Verfügung stellt, revanchiere sich die MDP GmbH dafür mit dem Ausbau der Straßen. Dieser fiel natürlich sehr zugunsten der Gemeinde und der Bürger aus, die so nicht zur Kasse gebeten wurden.

Der Windpark besteht seit 1998 und "ganz Sachsen-Anhalt schaute nach Borne", so Schierhorn, als eine Windanlage von vorher nie übertroffener Höhe errichtet wurde. Ende 2011 sollen die 13 Anlagen in Betrieb genommen werden.