Der Seniorenbeirat hat einen neuen Vorsitzenden. Peter Maier (62) aus Brumby übernimmt von nun an die Federführung. Ihm zur Seite steht Anett Hartmann (56), die die Stellvertreterfunktion inne hat. Neue Beisitzerin ist Ingrid Schneider (67).

Staßfurt l Selten war man sich in der Politik so einig wie bei der Vorstandswahl des Staßfurter Seniorenbeirates am Montag. Einstimmig entschieden sich die 19 Mitglieder des Gremiums für Peter Maier, der bisher die Stellvertreterfunktion inne hatte. Zugegeben, einen Kontrahenten hatte der 62-jährige Brumbyer nicht. Aber gewiss hätte dieser kaum eine Chance gegen den humorvollen und sympathischen Rentner gehabt.

Die Neuwahl des Seniorenbeiratsvorsitzenden war nötig geworden, weil Barbara Hirt, die bisher dem Gremium vorstand, im Sozialverband Staßfurt den Vorsitz übernommen hatte. Kommissarisch leitete Christine Fischmann solange das Gremium.

"Wir haben uns Akzeptanz verschafft und sitzen nicht mehr auf der Besucherbank."

Dass Peter Maier Barbara Hit würdevoll ersetzen würde, daran besteht wohl kein Zweifel. Voller Eifer und Tatendrang geht er an seine neue und verantwortungsvolle Aufgabe. "Mein Ziel ist es, den Seniorenbeirat noch stärker in den Ausschüssen und Ratssitzungen zu etablieren", verkündet er. Dies sei seit der Gründung im Juli ganz gut gelungen, dennoch ausbaufähig. So nehmen ausgewählte Mitglieder des Beirates bereits regelmäßig an Sitzungen teil. Sie haben sich in vielen Belangen ein gewisses Mitspracherecht erarbeitet. "Wir haben uns Akzeptanz verschafft und sitzen nicht mehr auf der Besucherbank", so Maier.

Nur bei der jüngst beschlossenen Friedhofssatzung hätten sie gern auch ein Wort mitzureden gehabt. Schließlich sei dies ein Thema wie es seniorenrelevanter nicht sein könne, ist Maier überzeugt. Dass die Beiratsmitglieder künftig auch den Zugang zu den Rats-Informationen des nichtöffentlichen Sitzungsteils bekommen, das ist ebenso sein Anliegen.

Es sollte an Erholungs- und Einkaufsstrecken Sitzmöglichkeiten für ältere Menschen geben."

Und noch etwas will Peter Maier durchbringen. Ein Sitzbankkonzept. "Es sollte gerade an Erholungs- und Einkaufsstrecken ausreichend Sitzmöglichkeiten für ältere Menschen geben", so Maier. Momentan müssen sich jene, die schlecht zu Fuß sind, in Schaufestervorsprüngen oder auf höhergelegenen Blumenkübeln ausruhen. "Das geht doch so nicht", findet er.

Ein besonderes Augenmerk will der neue Vorsitzende auch auf den Umbau des alten Brumbyer Schlosses zu einem Seniorenwohnstift legen. "Gerade in den kleinen Ortschaften fehlt es an Möglichkeiten für altersgerechtes Wohnen. Und ganz im Sinne des Sprichwortes: \' Einen alten Baum verpflanzt man nicht\', wollen wir uns dafür einsetzen, dass Senioren auf den Dörfern wohnen bleiben können", erklärt Peter Maier. Dazu gehört auch das Schaffen von Barrierefreiheit.

So will der Seniorenbeirat durchsetzen, dass in Förderstedt und Atzendorf bestimmte Borde abgesenkt und in Staßfurt behindertengerechte Toiletten an örtlichen Schwerpunkten geschaffen werden. Zudem plädieren die Senioren für ein mobiles Bürgerbüro, das zu den Menschen aufs Dorf hinausfährt. Auch die Sprechstunden des Beirates in die Ortschaften zu verlegen, ist angedacht. Leider sei die Resonanz auf die Bürgersprechstunde im Rathaus verhalten, heißt es im Sachbericht des Beirates. Eine mobile Sprechstunde würde vielleicht mehr Senioren animieren, ihre Sorgen dem Beirat vorzutragen.

"Ich werde kritisch auf die Arbeit unseres neuen Vorsitzendes schauen."

Bei der Umsetzung der zahlreichen Vorhaben wird der Vorsitzende von Anett Hartmann unterstützt. Die 56-jährige Förderstedterin wurde am Montag zu seiner Stellvertreterin ernannt. "Ich denke, wir sind ein gutes Team", sagt sie. Die Chemie stimme und bei vielen Themen seien sie auf gleicher Wellenlänge. "Dennoch werde ich - wie es sich gehört - kritisch auf die Arbeit unseres neuen Vorsitzendes schauen", so Hartmann.

Und noch etwas hat sich im Beirat getan. Der Hohenerxlebener Fred Schulze möchte das Gremium vervollständigen. "Ich bin gesundheitsbedingt 2005 Frührentner geworden", erzählt der frühere Prokurist. "Zuhause fiel mir die Decke auf den Kopf." Im Seniorenbeirat sehe Schulze eine Möglichkeit, sich weiterhin aktiv in das gesellschaftliche Leben einzubringen.