Experten für Hochwasserschutz und Geologie haben bisherigen Bemühungen der Stadt Hecklingen, Probleme mit Grund- und Schichtenwasser in und um Cochstedt zu lösen, auf einer Bürgerversammlung Dienstagabend in Cochstedt Wirkung zugesprochen.

Cochstedt/Hecklingen l Wasser in Kellern, vernässte Grundstücke - nach wie vor sind damit verbundene Sorgen für viele Einwohner in der Stadt Hecklingen nicht vom Tisch. Die Themen bewegen. Viele Bürger zeigten das mit ihrer Teilnahme an einer Bürgerinformationsveranstaltung mit Fachleuten vom Land Sachsen-Anhalt und Vertretern der Stadt im Cochstedter Volkshaus. Auch wenn die Situation im Hakelort derzeit nicht so akut ist wie noch im Frühjahr, liegt Betroffenen - allein in Cochstedt waren es über 70 Haushalte - alles daran, Lösungen zu finden.

"Die Minderung negativer Auswirkungen und hoher Grundwasserstände erfordert Maßnahmen", erklärte Dr. Dieter Feldhaus vom Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt und nannte Beispiele: "Gräben, Dränagen, Entrohrungen." Es gehe darum, dem Wasser den Druck zu nehmen, machte er deutlich, dass auch ein von der Stadt Hecklingen in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro vorgeschlagener Teich auf dem Goetheplatz diese Funktion erfüllen würde. Einen solchen hatte es früher an selber Stelle schon einmal gegeben. Nicht ohne Grund, machte Mathias Weiland, Geschäftsbereichsleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, deutlich. Auf alten typografischen Karten sei zu sehen, dass es den Teich auf dem Goetheplatz in den 1930er Jahren, bevor er zugeschüttet wurde, schon gegeben hat. "Ein Element, das den Druck genommen hat, ist verschwunden", so Weiland. Hecklingens Bauamtsleiterin Sigrid Bleile merkte an, dass der Teich nicht nur im Fall eines steigenden Grundwasserspiegels in Extremsituationen Abhilfe schafft, sondern auch das Regenwasser aus der Rosmarienstraße kommend über ihn in den Goldbach abgeführt werden soll.

Weiland sprach davon, dass es in Cochstedt ein "großes Vernässungspotenzial" gibt. Zentrales Entwässerungselement sei der Goldbach. Auf die Frage eines Einwohners, ob dieser in seiner Sohle tiefer gelegt werden sollte oder nicht, machte Feldhaus deutlich, diese Maßnahme im Komplex zu sehen. Die Entscheidung sei nicht frei. Vermessungen seien nötig, um ein Gefälle für einen problemlosen Abfluss in die Bode sicher zu stellen. Bleile: "Dies passiert nicht in einem Jahr." Langfristige Maßnahmen seien nötig, um den Leuten helfen zu können.